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A1  ·  Fragen und Verneinung

Verneinen — und die doppelte Verneinung

Negation

no vor dem Verb, und nada, nunca, nadie brauchen es trotzdem.

Verneint wird mit no direkt vor dem Verb, und sonst ändert sich nichts: No trabajo los domingos. Steht ein Objektpronomen dabei, rutscht das no davor: No lo sé.

Kommt ein verneinendes Wort dazu — nada, nadie, nunca, ninguno, tampoco —, bleibt das no trotzdem stehen, solange das Wort <b>hinter</b> dem Verb steht: No he visto nada. Zweimal verneint heißt hier nicht bejaht; das ist die spanische Bauart und keine Nachlässigkeit.

Steht das verneinende Wort <b>vor</b> dem Verb, fällt das no weg: Nunca he visto nada así. Beide Stellungen sind richtig, die mit no ist die alltägliche.

Die Form

einfachNo trabajo hoy.
mit PronomenNo lo sé. / No me gusta.
doppelt, Wort hintenNo viene nadie. / No dice nada.
einfach, Wort vornNadie viene. / Nunca dice nada.
auch nichtYo tampoco. / Ni yo tampoco.
weder … nochNo tengo ni tiempo ni dinero.

Die Regeln im Einzelnen

  1. no steht direkt vor dem Verb, hinter dem Subjekt.

    Mi hermano no fuma.Mein Bruder raucht nicht.

  2. Steht das verneinende Wort hinten, bleibt no.

    No conozco a nadie aquí.Ich kenne hier niemanden.

  3. Steht es vorn, entfällt no.

    Nadie me lo dijo.Niemand hat es mir gesagt.

  4. tampoco ist das Gegenstück zu también.

    No me gusta el pescado. — A mí tampoco.Ich mag keinen Fisch. — Ich auch nicht.

Genauer hingesehen

Warum zweimal nein nicht ja ergibt

Die doppelte Verneinung ist keine Rechnung, sondern eine Übereinstimmung: Der ganze Satz ist verneint, und jedes Wort darin, das eine Verneinung tragen kann, trägt sie mit. Dasselbe Prinzip kennt das Spanische bei Geschlecht und Zahl, wo das Adjektiv mitgeht.

Das Deutsche hat diese Übereinstimmung früher auch gehabt — „ich sag dir niht nihtes" im Mittelhochdeutschen —, und sie ist erst später aus der Schriftsprache verschwunden. Wer sie also für unlogisch hält, hält eine ältere Stufe der eigenen Sprache für unlogisch.

No le he dicho nada a nadie nunca.Ich habe nie jemandem etwas gesagt.

Ausnahmen und Sonderfälle (2)
  • nach einem Vergleich mit que

    stehen nada und nadie ohne Verneinung.

    Trabaja más que nadie.Er arbeitet mehr als alle anderen.

    Der Vergleich verneint nicht, er misst — und „mehr als niemand" wäre das Gegenteil des Gemeinten.

  • nach sin

    fällt das no ebenfalls weg.

    Salió sin decir nada.Er ging, ohne etwas zu sagen.

    sin trägt die Verneinung schon; ein zweites no gäbe es nicht.

Woran man es erkennt

  • no
  • nada
  • nadie
  • nunca
  • jamás
  • ninguno
  • tampoco
  • ni

Beispielsätze

No hay nada en la nevera.Im Kühlschrank ist nichts.

Nunca hemos estado en México.Wir waren noch nie in Mexiko.

No tengo ningún plan para el fin de semana.Ich habe fürs Wochenende keine Pläne.

Ni tú ni yo lo sabíamos.Weder du noch ich wussten es.

Noch 6 Beispielsätze

No queda leche.Es ist keine Milch mehr da.

No me lo ha dicho nadie.Niemand hat es mir gesagt.

Jamás volveré allí.Da gehe ich nie wieder hin.

No quiero ni café ni té.Ich will weder Kaffee noch Tee.

Tampoco es tan grave.So schlimm ist es auch wieder nicht.

No lo he entendido todavía.Ich habe es noch nicht verstanden.

Besonderheiten (3)
  • no vor dem Infinitiv verneint nur diesen

    Bei zwei Verben entscheidet der Platz des no, was verneint ist: No quiero ir heißt „ich will nicht gehen", Quiero no ir heißt „ich will, dass ich nicht gehe" — die zweite Form ist selten und nachdrücklich.

    Prefiero no decir nada.Ich sage lieber nichts.

  • ya no heißt „nicht mehr"

    Für die aufgehörte Sache gibt es die feste Verbindung ya no: Ya no vivo allí. Umgekehrt heißt todavía no „noch nicht". Beide sind so häufig, dass sie eher wie ein Wort gelernt werden als wie eine Regel.

    Ya no trabajo en esa empresa.Ich arbeite nicht mehr in dieser Firma.

  • Auf ¡Qué va! folgt eine Zurückweisung

    Im Gespräch verneint man selten mit einem nackten no. Qué va, para nada und en absoluto sind die gebräuchlichen Verstärkungen — sie sagen alle „überhaupt nicht" und sind in der gesprochenen Sprache überall.

    ¿Estás enfadado? — ¡Qué va!Bist du sauer? — Überhaupt nicht!

Die typisch deutsche Falle

Aufgepasst

Deutschsprachige streichen das no, weil zweimal verneint im Deutschen bejaht. He visto nada ist aber kein Satz — solange nada hinter dem Verb steht, muss das no davor. Wer nur einmal verneinen will, stellt das Wort nach vorn: Nada he visto, und das klingt gehoben.

Falsch:He visto nada en la calle.
Richtig:No he visto nada en la calle.

Steht das verneinende Wort hinter dem Verb, gehört das no davor.

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