A1 · Sein und es gibt
ser — was etwas ist
sein (Wesen)
Name, Herkunft, Beruf, Eigenschaft — was bleibt.
ser nennt, was jemand oder etwas ist: den Namen, die Herkunft, den Beruf, die Familie, das Material, den Besitz, die Uhrzeit. Alles, was man auf einen Ausweis schreiben könnte, steht mit ser.
Die Formen sind unregelmäßig und werden am Stück gelernt: soy, eres, es, somos, sois, son. Es lohnt sich, sie am ersten Tag zu können — kein anderes Verb kommt öfter vor.
Das Personalpronomen steht dabei meistens nicht dabei. Die Endung sagt schon, wer gemeint ist: soy heißt „ich bin", und yo soy sagt man nur, wenn man das ich betonen will.
Die Form
| yo | soy |
| tú | eres |
| él, ella, usted | es |
| nosotros, nosotras | somos |
| vosotros, vosotras | sois |
| ellos, ellas, ustedes | son |
Die Regeln im Einzelnen
Herkunft und Nationalität stehen mit ser.
Soy de Alemania. Somos alemanes.Ich bin aus Deutschland. Wir sind Deutsche.
Beruf und Rolle stehen mit ser, meist ohne Artikel.
Mi hermana es médica.Meine Schwester ist Ärztin.
Eine dauerhafte Eigenschaft steht mit ser.
El piso es pequeño pero luminoso.Die Wohnung ist klein, aber hell.
Uhrzeit und Datum stehen mit ser.
Son las tres y media. Hoy es lunes.Es ist halb vier. Heute ist Montag.
Besitz und Material stehen mit ser, mit de.
La mesa es de madera y es de mi abuela.Der Tisch ist aus Holz und gehört meiner Großmutter.
Genauer hingesehen
Warum das Pronomen fehlen darf
Die spanische Verbendung ist eindeutig: -o ist ich, -as ist du, -amos ist wir. Sie trägt die Person schon, und ein Pronomen davor wiederholt sie nur. Das Deutsche kann das nicht — „gehe" und „gehen" reichen nicht aus, um alle sechs Personen zu unterscheiden —, und deshalb fühlt sich das Weglassen zuerst wie eine Lücke an.
Gesetzt wird das Pronomen, wenn es einen Unterschied macht: im Gegensatz (Yo soy de Múnich, ella es de Sevilla), zur Klarstellung bei der dritten Person (es kann er, sie oder Sie heißen) und dort, wo es allein steht (¿Quién? — Yo.).
Yo soy alemana, pero mi marido es español.Ich bin Deutsche, mein Mann aber ist Spanier.
Ausnahmen und Sonderfälle (2)
-
der Beruf näher bestimmt wird
steht doch ein Artikel.
Es un profesor excelente.Er ist ein ausgezeichneter Lehrer.
Der Artikel gehört nicht zum Beruf, sondern zur Beschreibung — gesagt wird nicht mehr, was er ist, sondern was für einer.
-
ein Ereignis stattfindet
steht ser, obwohl es um einen Ort geht.
La fiesta es en mi casa.Die Feier ist bei mir zu Hause.
Nicht die Feier steht dort, sie findet statt — und für „stattfinden" ist ser zuständig, auch wenn ein Ort dabeisteht.
Woran man es erkennt
- de
- para
- porque
- siempre
- la hora
Beispielsätze
¿Quién es esa mujer? — Es mi jefa.Wer ist diese Frau? — Das ist meine Chefin.
No somos de aquí, somos de Bremen.Wir sind nicht von hier, wir sind aus Bremen.
El examen es el jueves a las nueve.Die Prüfung ist am Donnerstag um neun.
Estos zapatos son de cuero.Diese Schuhe sind aus Leder.
Die typisch deutsche Falle
Aufgepasst
Deutschsprachige setzen das Pronomen dazu, weil das Deutsche ohne es nicht auskommt: „bin" allein ist kein Satz. Im Spanischen ist yo soy nicht falsch, aber es betont — wer es in jedem Satz sagt, klingt, als widerspreche er ständig jemandem. Und der Beruf steht ohne Artikel: Soy profesor, nicht Soy un profesor.
ser sagt, was auf dem Ausweis stünde.
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