A1 · Pronomen
Subjektpronomen — und warum sie meistens fehlen
Personalpronomen im Nominativ
yo, tú, él … stehen nur, wenn sie etwas leisten.
Die sechs Formen sind yo, tú, él/ella/usted, nosotros, vosotros, ellos/ellas/ustedes. Im gewöhnlichen Satz stehen sie nicht: Trabajo en Madrid heißt „ich arbeite in Madrid" — das yo steckt schon in der Endung.
Gesetzt werden sie, wenn etwas gegenübergestellt wird (Yo trabajo, tú estudias), wenn die Endung mehrdeutig ist (im Imperfecto sind erste und dritte Person gleich), oder wenn ein Nachdruck gemeint ist. Wer sie ohne Grund setzt, klingt nicht falsch, aber angestrengt.
Zwei Besonderheiten: usted ist die Höflichkeitsform und wird mit der dritten Person gebeugt — grammatisch also „er", gemeint aber „Sie". Und vosotros gibt es in Lateinamerika nicht; dort steht überall ustedes, auch unter Freunden.
Die Form
| Einzahl | yo, tú, él / ella / usted |
| Mehrzahl | nosotros/-as, vosotros/-as, ellos / ellas / ustedes |
| nach Präposition | para mí, para ti, para él … |
| mit con | conmigo, contigo, con él |
| Höflichkeit | usted trabaja, ustedes trabajan |
Die Regeln im Einzelnen
Ohne besonderen Grund steht kein Subjektpronomen.
Vivimos en Sevilla.Wir wohnen in Sevilla.
Gesetzt wird es beim Gegenüberstellen.
Yo cocino y tú lavas los platos.Ich koche, und du spülst.
usted verlangt die dritte Person.
¿Usted habla alemán?Sprechen Sie Deutsch?
Nach einer Präposition stehen mí und ti statt yo und tú.
Este regalo es para ti.Dieses Geschenk ist für dich.
Genauer hingesehen
conmigo und contigo sind Reste aus dem Latein
con mí und con ti gibt es nicht; stattdessen conmigo und contigo. Darin steckt zweimal dieselbe Präposition: die lateinische Form endete auf -cum, und davor ist später noch einmal con getreten.
In der dritten Person gibt es das nur reflexiv: consigo, „mit sich". Für „mit ihm" sagt man ganz normal con él.
No quiere hablar conmigo.Er will nicht mit mir sprechen.
Ausnahmen und Sonderfälle (2)
-
nach entre, según, excepto und incluso
stehen yo und tú und nicht mí und ti.
Entre tú y yo, no me gusta.Unter uns gesagt, es gefällt mir nicht.
Diese Wörter führen einen Satzteil ein und regieren nicht wie eine gewöhnliche Präposition.
-
zwei Formen der Verbendung gleich sind
wird das Pronomen zur Pflicht.
Yo vivía en Bilbao, él vivía en Vigo.Ich wohnte in Bilbao, er wohnte in Vigo.
Im Imperfecto und im Subjuntivo sind erste und dritte Person gleich; ohne Pronomen wäre der Satz nicht zu entscheiden.
Woran man es erkennt
- yo
- tú
- usted
- nosotros
- vosotros
- ustedes
Beispielsätze
Yo no sé nada de eso.Ich weiß davon nichts.
¿Vienes conmigo al mercado?Kommst du mit mir zum Markt?
Ellos llegan mañana por la tarde.Sie kommen morgen Nachmittag an.
Nosotros preferimos quedarnos aquí.Wir bleiben lieber hier.
Noch 6 Beispielsätze
¿Y tú qué opinas?Und was meinst du?
Ella trabaja aquí, él no.Sie arbeitet hier, er nicht.
Lo hacemos nosotros mismos.Wir machen es selbst.
¿Puedo ir con vosotros?Darf ich mit euch gehen?
Según ella, la tienda abre a las nueve.Ihr zufolge macht der Laden um neun auf.
Ustedes pueden esperar aquí.Sie können hier warten.
Besonderheiten (3)
-
usted wird mit Vd. oder Ud. abgekürzt
Die Form kommt von vuestra merced, „Euer Gnaden", und daher stammt die dritte Person: Man sprach nicht die Person an, sondern ihren Titel. In Formularen und Aushängen steht oft noch die Abkürzung Vd. oder Ud.
Rellene Vd. el formulario, por favor.Füllen Sie bitte das Formular aus.
-
In Lateinamerika gibt es vosotros nicht
Der ganze Kontinent sagt ustedes, auch zu Kindern und Freunden. Die vosotros-Formen versteht dort jeder aus Filmen, aber niemand benutzt sie. Wer Spanisch für Lateinamerika lernt, kann eine ganze Spalte jeder Tabelle links liegen lassen.
¿Ustedes ya conocen la ciudad?Kennt ihr die Stadt schon?
-
In Argentinien heißt du vos
Statt tú steht vos, mit eigenen Endungen: vos hablás, vos tenés, vos vivís — die Betonung liegt hinten, und der Stammwechsel fällt weg. Es ist keine Umgangsform, sondern dort die normale Anrede.
¿Vos tenés tiempo mañana?Hast du morgen Zeit?
Die typisch deutsche Falle
Aufgepasst
Das Deutsche braucht das Pronomen und setzt es deshalb auch im Spanischen — in jedem Satz. Das ist nicht falsch, aber es klingt, als würde jedes Mal jemand widersprochen: Yo soy Ana, yo vivo aquí, yo trabajo en un banco liest sich wie eine Verteidigung. Weglassen ist die Grundeinstellung.
Die Endung sagt schon, wer — das Pronomen sagt „gerade ich und nicht du".
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