A2 · Pronomen
Objektpronomen: lo, la, le
Akkusativ- und Dativpronomen
Was getan wird, ist lo/la — wem, ist le.
Das direkte Objekt — wen oder was — heißt me, te, lo/la, nos, os, los/las. Das indirekte — wem — heißt me, te, le, nos, os, les. Vier der sechs Formen sind gleich; unterschieden wird nur in der dritten Person, und genau dort liegt die ganze Arbeit.
Ob ein Verb ein direktes oder ein indirektes Objekt nimmt, stimmt oft, aber nicht immer mit dem Deutschen überein. ayudar nimmt das direkte (ich helfe ihn), preguntar das indirekte. Es sind wenige Verben, und sie werden mit ihrem Objekt gelernt, so wie ein Nomen mit seinem Artikel.
Steht das Objekt als Nomen schon im Satz, wird das indirekte Pronomen trotzdem gesetzt: Le doy el libro a Ana. Das wirkt doppelt und ist die Regel — ohne das le klingt der Satz unfertig.
Die Form
| direkt (wen/was) | me, te, lo/la, nos, os, los/las |
| indirekt (wem) | me, te, le, nos, os, les |
| beide zusammen | se lo, se la, se los, se las |
| mit Nomen verdoppelt | Le doy el libro a Ana. |
| betont wiederholt | A mí me gusta, a él no le gusta. |
Die Regeln im Einzelnen
lo und la stehen für das direkte Objekt, le für das indirekte.
La veo todos los días y le escribo a menudo.Ich sehe sie jeden Tag und schreibe ihr oft.
Treffen le und lo aufeinander, wird le zu se.
Se lo doy mañana.Ich gebe es ihm morgen.
Das indirekte Pronomen steht auch dann, wenn das Nomen dabei ist.
Les mandé un correo a mis padres.Ich habe meinen Eltern eine Mail geschickt.
Zur Betonung wird das Objekt mit a plus Pronomen wiederholt.
A mí no me interesa.Mich interessiert das nicht.
Genauer hingesehen
leísmo: warum man in Madrid le veo hört
In weiten Teilen Zentralspaniens steht le auch dort, wo die Regel lo verlangt, sobald eine männliche Person gemeint ist: A Juan le veo mañana. Das ist so verbreitet, dass die Sprachakademie es für diesen einen Fall als richtig ansieht.
Für Sachen und für weibliche Personen gilt das nicht, und in Lateinamerika gilt es gar nicht. Wer die Grundregel benutzt, ist überall richtig — und versteht zugleich, warum die Sprecher in Madrid es anders machen.
A Juan lo veo mañana.Juan sehe ich morgen.
Ausnahmen und Sonderfälle (2)
-
das Verb gustar, interesar, doler oder parecer ist
steht die Person immer im indirekten Objekt.
Me duele la cabeza.Mir tut der Kopf weh.
Das Subjekt dieser Verben ist die Sache, nicht die Person — wörtlich „der Kopf schmerzt mir".
-
lo auf einen ganzen Satz zurückweist
bleibt es männlich, auch wenn davor etwas Weibliches stand.
No lo sabía.Das wusste ich nicht.
Gemeint ist kein Ding, sondern der Sachverhalt, und der hat kein Geschlecht.
Woran man es erkennt
- lo
- la
- le
- les
- se lo
- a mí
- a él
Beispielsätze
¿El coche? Lo vendí el año pasado.Das Auto? Das habe ich letztes Jahr verkauft.
Le pregunté la hora a un señor.Ich habe einen Herrn nach der Uhrzeit gefragt.
Nos ayudaron mucho durante la mudanza.Sie haben uns beim Umzug sehr geholfen.
¿Las llaves? Se las di a tu hermana.Die Schlüssel? Die habe ich deiner Schwester gegeben.
Noch 6 Beispielsätze
¿Has visto mi móvil? — Sí, lo tengo yo.Hast du mein Handy gesehen? — Ja, ich habe es.
Te llamo esta noche.Ich rufe dich heute Abend an.
Le expliqué el problema al jefe.Ich habe dem Chef das Problem erklärt.
Nos lo dijeron ayer.Man hat es uns gestern gesagt.
¿La factura? Ya la pagué.Die Rechnung? Die habe ich schon bezahlt.
A ellos les gusta el cine español.Sie mögen das spanische Kino.
Besonderheiten (2)
-
Das persönliche a macht aus einem Ding eine Person
Vor einem direkten Objekt, das eine Person ist, steht a: Veo a María, aber Veo la casa. Wer das a weglässt, macht aus der Person eine Sache — und wer es bei einem Tier setzt, sagt damit, dass es zur Familie gehört.
Busco a mi hermana en la estación.Ich suche meine Schwester im Bahnhof.
-
lo ersetzt auch ein Adjektiv
Auf eine Frage nach einer Eigenschaft antwortet lo, unveränderlich: ¿Estás cansada? — Sí, lo estoy. Das Deutsche hat dafür gar kein Wort und wiederholt stattdessen das Adjektiv oder sagt nur „ja".
¿Son caros? — No, no lo son.Sind sie teuer? — Nein, sind sie nicht.
Die typisch deutsche Falle
Aufgepasst
Das doppelte se lo sieht aus wie ein Fehler und ist die Regel. Le lo doy gibt es nicht — zwei Pronomen mit l am Anfang stehen nicht nebeneinander, und das erste weicht zu se aus. Das se hat hier nichts mit dem reflexiven se zu tun; es ist ein ausgewichenes le.
Wen ist lo, wem ist le — und wo beide stehen, wird aus le ein se.
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