Spanische Grammatik von A bis Z
140 Themen in 17 Bereichen. Jedes hat eine Stufe, eine Erklärung auf Deutsch, Beispielsätze mit Übersetzung, die typische Falle für alle, die Deutsch sprechen, und eigene Übungen.
Als Lernpfad, durchnummeriertAls Karte: die Zeitformen auf einer Zeitleiste
Alphabet und Aussprache
5 Themen · A1Buchstaben, Laute, Betonung.
Zeiten: Gegenwart bis Zukunft
26 Themen · A1–C2Gegenwart, Indefinido, Imperfecto, Perfecto, Pluscuamperfecto, Zukunft.
Die Vergangenheit11
- IndefinidoA2
- ImperfectoA2
- Indefinido oder Imperfecto?B1
- PerfectoA2
- PluscuamperfectoB1
- Unregelmäßiges Indefinido: tuve, hiceB1
- Bedeutungswechsel: supe, conocíB2
- Erzählen mit Indefinido und ImperfectoB1
- Perfecto oder Indefinido?B1
- Gewohnheiten: Imperfecto, soler, IndefinidoA2
- Pretérito anterior und die ra-Form als PlusquamperfektC2
Verben, Subjuntivo und Passiv
44 Themen · A1–C2Ser, estar und hay, Modalverben, Imperativ, Subjuntivo, Bedingungssätze, Passiv.
Der Subjuntivo11
- Presente de subjuntivo: die FormenB1
- Wann der Subjuntivo stehtB1
- Imperfecto de subjuntivoB2
- Subjuntivo nach Wunsch und GefühlB1
- Subjuntivo nach ZweifelB2
- Zeitsätze: Vergangenheit und SonderfälleB2
- Perfecto de subjuntivo: haya hechoB2
- Indikativ oder Subjuntivo?B2
- Zeitenfolge im SubjuntivoC1
- Subjuntivo: wo der Modus den Sinn wechseltC1
- Futuro de subjuntivo: hablare, fuereC2
Nomen, Adjektive, Pronomen
36 Themen · A1–C1Nomen und Artikel, Geschlecht und Zahl, Adjektive, Pronomen, Präpositionen.
Adjektive10
- Adjektive angleichen: alto, altaA1
- Wo das Adjektiv stehtA2
- Kurzformen: buen, granA2
- Steigerung: más alto, el más altoA2
- Superlativ: el mejor, altísimoB1
- Adverbien auf -menteB1
- Andere Bedeutung vor dem NomenB2
- Vergleiche: más que, tan comoA2
- Demonstrativ: este, ese, aquelA1
- Je … desto: cuanto más, cada vez másC1
Pronomen10
- Subjektpronomen: yo, tú, élA1
- Objektpronomen: lo, la, leA2
- Wo die Pronomen stehenA2
- Possessivpronomen: mi, tu, suA1
- Reflexive Verben und das seA2
- Zwei Pronomen im selben SatzB1
- Relativpronomen: que, quien, cuyoB1
- Unbestimmte Pronomen: alguien, nadaA2
- Pronomen nach einer PräpositionA2
- lo oder le: wen oder wem?B2
Satzbau: Fragen und Nebensätze
16 Themen · A1–C1Fragen, Verneinung, Relativsätze, Zeit-, Grund- und Zwecksätze, indirekte Rede.
Stil und Feinheiten
13 Themen · B1–C2Wortstellung, Akzente, Zeichensetzung, Füllwörter, Textverbinder, Varianten.
Feinheiten für Fortgeschrittene13
- Wortstellung: Neues steht hintenB2
- Akzente: die schwierigen FälleB1
- Füllwörter: pues, bueno, hombreB2
- Zeichensetzung und SchreibungB2
- Weitere Verbfügungen: ir, andar, tener, llevarB2
- Das neutrale lo: lo importanteB2
- Spanien und LateinamerikaB2
- Infinitiv oder Gerundio?B2
- Textverbinder: además, sin embargoB2
- Hervorheben: Fue Ana quien lo dijoC1
- Zusammengesetzter Infinitiv, Gerundio, absolutes PartizipC1
- Normfragen: dequeísmo, laísmo, habíanC1
- Register: Zeitungsformen und NominalstilC2
Alphabet und Aussprache
Alphabet und Aussprache
5 ThemenSpanisch wird fast so gesprochen, wie es geschrieben wird. Wer die Regeln einmal kennt, kann jedes Wort vorlesen, das er zum ersten Mal sieht — und umgekehrt fast jedes Wort schreiben, das er hört. Dafür braucht es wenig: fünf Vokale, die immer gleich klingen, eine Handvoll Konsonanten, die anders klingen als im Deutschen, zwei Schreibregeln für c und g und zwei Regeln für die Betonung. Die Stolpersteine für ein deutsches Ohr sind dabei nicht die neuen Laute, sondern die vertrauten Buchstaben: das v, das kein f ist, das z, das kein „ts“ ist, und das ie, das kein langes i ist.
Zeiten: Gegenwart bis Zukunft
Die Gegenwart
9 ThemenEin spanisches Verb trägt seine Person in der Endung. Deshalb steht das Pronomen meistens nicht dabei, und deshalb muss man die Endungen wirklich können und nicht nur erkennen: Wer hablo und habla verwechselt, sagt nicht undeutlich, sondern etwas anderes. Es gibt drei Sätze von Endungen — für Verben auf -ar, -er und -ir —, und die häufigsten Verben weichen davon ab. Das ist keine Schikane: Genau die Wörter, die man am meisten braucht, sind in jeder Sprache die unregelmäßigen.
Die Vergangenheit
11 ThemenHier liegt die größte einzelne Hürde des Spanischen für Deutschsprachige, und sie liegt nicht bei den Formen. Das Spanische hat zwei einfache Vergangenheiten, und sie unterscheiden nicht gesprochen von geschrieben — wie deutsch Perfekt und Präteritum —, sondern *abgeschlossen von andauernd*. Comí und comía heißen beide „ich aß“, und die Wahl zwischen ihnen sagt, ob die Handlung einen Rahmen hat oder selbst der Rahmen ist. Diese Entscheidung gibt es im Deutschen nicht, und deshalb muss man sie neu lernen statt zu übersetzen.
Die Zukunft
6 ThemenDas Spanische hat für die Zukunft eine leichte und eine gehobene Form, und im Alltag gewinnt die leichte: voy a llamar statt llamaré. Wer nur eine lernen will, lernt ir a plus Infinitiv und kommt damit durch jedes Gespräch. Interessant wird es dort, wo die spanische Zukunft gar nicht von der Zeit spricht. Serán las ocho heißt nicht „es wird acht Uhr sein“, sondern „es ist vermutlich acht“ — die Zukunftsform trägt im Spanischen die Vermutung über die Gegenwart. Und der Condicional, der wie eine Zukunft der Vergangenheit gebaut ist, leistet dasselbe für früher und ist zugleich die Höflichkeit jeder Bitte.
Verben, Subjuntivo und Passiv
Sein und es gibt
8 ThemenDas Deutsche hat ein Wort für „sein“, das Spanische hat zwei — und die Wahl steht nicht am Rand, sondern in fast jedem Satz, den man am ersten Tag sagt. Soy alemán und Estoy cansado sind beide „ich bin“, und keines der beiden Verben lässt sich durch das andere ersetzen. Deshalb steht dieser Bereich ganz vorn: Wer ihn überspringt, baut jeden weiteren Satz auf einer Münze auf, die er wirft.
Können, müssen, wollen
6 ThemenDas Deutsche hat sechs Modalverben mit eigener Beugung. Das Spanische hat nichts dergleichen: poder, querer und deber sind ganz normale Verben, die einen Infinitiv nach sich ziehen, so wie intentar oder necesitar es auch tun. Das ist eine echte Erleichterung — es gibt keine zweite Formenreihe zu lernen. Die Schwierigkeit liegt woanders: beim Müssen. Dafür gibt es drei Wendungen, und sie sind nicht austauschbar. tener que ist die persönliche Pflicht, hay que die allgemeine, und deber die moralische. Wer alle drei mit „müssen“ übersetzt, verliert genau die Unterscheidung, die das Spanische hier trifft.
Bitten und Befehle
6 ThemenDer spanische Imperativ ist die Stelle, an der eine Sprache unerwartet zweigleisig wird. Bejaht hat er eigene Formen, und die zweite Person Einzahl ist einfach die dritte Person des Präsens: habla, come, vive. Verneint gibt es sie nicht mehr — dort steht der Subjuntivo: no hables, no comas. Dasselbe Wort, zwei völlig verschiedene Formen, und der Unterschied ist nur das no. Dazu kommt die Höflichkeitsform. usted nimmt immer den Subjuntivo, bejaht wie verneint — was die Sache im Umgang mit Fremden erfreulich vereinfacht: eine Form statt zweier.
Der Subjuntivo
11 ThemenHier liegt die zweite große Hürde des Spanischen — die erste war der Unterschied zwischen Indefinido und Imperfecto. Der Subjuntivo ist ein eigener Modus mit eigenen Formen in vier Zeiten, und er steht nicht selten, sondern in jedem zweiten Nebensatz. Der Denkfehler, den fast jeder deutsche Lerner zuerst macht: Der Subjuntivo sei der spanische Konjunktiv und komme in der indirekten Rede vor. Er kommt dort gerade nicht vor. Er steht, wenn der Hauptsatz wünscht, zweifelt, bewertet oder verneint — wenn also nicht behauptet wird, dass etwas der Fall ist. Creo que viene steht im Indikativ, No creo que venga im Subjuntivo, und der Unterschied ist genau das Verneinen der Behauptung. Die gute Nachricht: Die Formen sind fast alle regelmäßig, und sie kommen aus einer einzigen Stelle — der ersten Person des Präsens.
Bedingungssätze
7 ThemenEin Bedingungssatz besteht aus zwei Teilen, und im Spanischen ist jedes Paar fest: Was im si-Satz steht, entscheidet, was im Hauptsatz stehen muss. Es gibt drei solcher Paare — die erfüllbare Bedingung, die unwahrscheinliche und die nicht mehr mögliche. Der Merksatz, der die meisten Fehler verhindert, ist eine Verbotsliste: Nach si steht nie der Presente de subjuntivo, nie das Futuro und nie der Condicional. Alle drei sind naheliegend, wenn man aus dem Deutschen kommt, und alle drei sind falsch. Was nach si stehen darf, ist der Indikativ oder der Imperfecto de subjuntivo — mehr nicht.
Das Passiv
6 ThemenDas Spanische hat ein Passiv, das genau wie das deutsche gebaut ist — ser plus Partizip —, und es benutzt es kaum. Wo das Deutsche „das Haus wurde gebaut“ sagt, sagt das Spanische fast immer se construyó la casa oder construyeron la casa. Das se-Passiv ist die eigentliche Form der Sprache; ser plus Partizip steht in Zeitungen und in Berichten. Dazu kommt eine Unterscheidung, die das Deutsche nur mühsam nachbaut: La puerta fue cerrada ist der Vorgang — jemand hat sie geschlossen. La puerta está cerrada ist das Ergebnis — sie ist zu. Dieselbe Wahl zwischen ser und estar, die schon am ersten Tag getroffen werden musste, entscheidet hier zwischen Handlung und Zustand.
Nomen, Adjektive, Pronomen
Nomen und Artikel
8 ThemenEin spanisches Nomen ist männlich oder weiblich — ein sächliches gibt es nicht. Das klingt nach einer Erleichterung gegenüber den drei deutschen Geschlechtern und ist keine: Die Zuordnung ist eine andere. el problema ist männlich, la mano weiblich, und beide widersprechen der Endung, an der man sich sonst orientiert. Deshalb wird ein Nomen hier immer mit seinem Artikel gelernt — la mesa, nicht mesa.
Adjektive
10 ThemenEin deutsches Adjektiv beugt sich, wenn es vor dem Nomen steht, und bleibt unverändert, wenn es dahinter steht: ein rotes Auto, aber das Auto ist rot. Im Spanischen ist es genau umgekehrt herum gedacht: Es richtet sich immer nach dem Nomen, in Geschlecht und Zahl, und zwar an jeder Stelle im Satz. Dafür ist die Beugung viel einfacher — es gibt keine Fälle und keine vier Endungstabellen, sondern höchstens vier Formen je Wort. Die zweite Neuigkeit ist die Stellung: Das Adjektiv steht normalerweise hinter dem Nomen. Wo es davorsteht, ist das eine Entscheidung und keine Gewohnheit — und sie ändert bei einer Handvoll Wörter die Bedeutung.
Pronomen
10 ThemenDas Spanische hat weniger Pronomen als das Deutsche und stellt sie strenger. Das Subjektpronomen fehlt meistens ganz, weil die Verbendung die Person schon nennt; wo es doch steht, hebt es hervor oder stellt gegenüber. Die Objektpronomen dagegen sind unverzichtbar, und sie stehen vor dem gebeugten Verb — nicht dahinter, wie das Deutsche es gewohnt ist. Zwei Unterscheidungen kommen dazu, die das Deutsche über den Fall löst: lo/la gegen le ist Akkusativ gegen Dativ, und wo beide zusammentreffen, wird aus le ein se. Das ist die Stelle, an der es kurz unübersichtlich wird — und danach nie wieder.
Präpositionen
8 ThemenDas Spanische hat auffallend wenige Präpositionen, und jede von ihnen muss deshalb viel tragen. de allein deckt ab, wofür das Deutsche „von“, „aus“ und den Genitiv braucht. Das ist eine gute Nachricht und eine schlechte: wenig zu lernen, aber jedes Wort an vielen Stellen. Zwei Dinge fallen deutschen Lernern besonders schwer. por und para teilen sich das deutsche „für“, und die Grenze verläuft zwischen Grund und Zweck — nicht dort, wo das Deutsche sie zöge. Und das persönliche a hat im Deutschen überhaupt keine Entsprechung: Vor einem Menschen als Objekt steht ein a, und ohne es wird aus der Person eine Sache.
Satzbau: Fragen und Nebensätze
Fragen und Verneinung
8 ThemenZwei Dinge, die im Spanischen einfacher sind als im Deutschen und im Englischen, und eines, das anders ist. Einfacher: Eine Frage braucht kein Hilfsverb und keine Umstellung — der Satz bleibt, wie er ist, und nur die Stimme geht hoch. Verneint wird mit einem einzigen Wort, no, direkt vor dem Verb. Anders ist die doppelte Verneinung: Wo das Deutsche „ich habe nichts gesehen“ sagt und dabei nur einmal verneint, sagt das Spanische no he visto nada — zweimal, und das ist die Regel und keine Nachlässigkeit.
Nebensätze
8 ThemenEin spanischer Nebensatz sieht aus wie ein Hauptsatz mit einem Wort davor. Das Verb wandert nicht ans Ende, nichts wird umgestellt: Sé que vienes mañana. Für deutsche Sprecher ist das eine große Erleichterung und zugleich der häufigste Fehler in die andere Richtung — die deutsche Wortstellung wird mitgenommen. Die eigentliche Arbeit liegt beim Modus. Einige Bindewörter verlangen den Indikativ, einige den Subjuntivo, und einige lassen die Wahl — und dann sagt die Wahl etwas. Cuando llego ist eine Gewohnheit, cuando llegue ist ein Zeitpunkt, der noch aussteht. Das Deutsche sagt beides mit „wenn“.
Stil und Feinheiten
Feinheiten für Fortgeschrittene
13 ThemenAlles hier ist optional in dem Sinn, dass ein Satz auch ohne es richtig ist — und nichts hier ist optional, wenn man verstanden werden will wie ein Sprecher und nicht wie ein Lehrbuch. Vier Dinge: wo das Subjekt steht und warum es überhaupt eine Frage ist, wie der geschriebene Akzent die Betonung festhält, welche kleinen Wörter dem Satz seinen Ton geben, und wie das Spanische anders schreibt als das Deutsche. Die Wortstellung ist dabei die größte Überraschung. Das Spanische ist beweglicher als das Deutsche, aber nicht beliebig: Was hinten steht, ist die Neuigkeit. Wer das nicht weiß, baut lauter richtige Sätze, die alle die falsche Sache betonen.