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Italienische Grammatik von A bis Z

133 Themen in 22 Bereichen. Jedes hat eine Stufe, eine Erklärung auf Deutsch, Beispielsätze mit Übersetzung, die typische Falle für alle, die Deutsch sprechen, und eigene Übungen.

Als Lernpfad, durchnummeriertAls Karte: die Zeitformen auf einer Zeitleiste

Alphabet und Aussprache

5 Themen · A1

Buchstaben, Laute, Betonung.

Zeiten und Wenn-Sätze

28 Themen · A1–B2

Gegenwart, Passato prossimo, Imperfetto, Passato remoto, Zukunft, Wenn-Sätze.

Verben: Congiuntivo, Passiv

39 Themen · A1–C2

Essere und avere, Modalverben, Imperativ, Verben mit si, Passiv, Congiuntivo.

Artikel, Nomen, Pronomen

33 Themen · A1–B1

Artikel, Nomen, Adjektive, Pronomen, Präpositionen.

Satzbau: Fragen und Nebensätze

15 Themen · A1–B2

Fragen, Verneinung, Relativpronomen, Konjunktionen, indirekte Rede.

Höflichkeit und Stil

13 Themen · A1–C2

Duzen und Siezen, Akzente, Zeichensetzung, Wortstellung, ci und ne, Nominalstil.

Alphabet und Aussprache

Alphabet und Aussprache

5 Themen

Das Italienische ist für jemanden aus dem Deutschen leicht vorzulesen: Was dasteht, wird gesprochen, und zwar jedes Mal gleich. Es gibt kein stummes Wortende wie im Französischen und keine verschluckten Endsilben wie im Deutschen — pane hat zwei volle Silben, und das e am Ende klingt wie ein e. Die Ausnahmen sind wenige und dafür umso wichtiger: c und g ändern ihren Klang vor e und i, ein doppelter Konsonant wird wirklich länger, und die Betonung steht meistens nicht in der Schrift. Diese vier Dinge, dazu das Alphabet und die fünf Vokale, sind der ganze Inhalt dieses Kapitels.

Zeiten und Wenn-Sätze

Die Gegenwart

6 Themen

Ein italienisches Verb endet auf -are, -ere oder -ire, und daran hängt, welche sechs Endungen es nimmt. Anders als im Deutschen, wo „wir spielen“ und „sie spielen“ gleich klingen, ist hier jede der sechs Formen anders. Genau deshalb braucht der italienische Satz kein Subjekt — parlo sagt schon, wer spricht, und wer io dazusetzt, betont es. Eine Sache muss man dabei hinnehmen: Die Reihe auf -ire hat zwei Muster, dormo und capisco, und dem Verb sieht man nicht an, welches gilt.

Die Vergangenheit

6 Themen

Das Italienische erzählt Vergangenes mit dem passato prossimo: Hilfsverb plus Partizip, ho mangiato. Die erste Frage ist nie, wie das Partizip heißt, sondern welches Hilfsverb dazugehört — avere für die meisten Verben, essere für Bewegung, Zustandswechsel und alle reflexiven. Und nur nach essere gleicht sich das Partizip an das Subjekt an: è andata. Daneben steht das imperfetto, das nicht sagt, was geschah, sondern was war — und der Unterschied zwischen beiden ist die eigentliche Arbeit dieses Bereichs.

Die Zukunft

9 Themen

Wie im Deutschen steht die Zukunft meistens gar nicht in einer Zukunftsform: Domani parto reicht. Wo doch eine gebraucht wird, gibt es das futuro semplice — eine eigene Endungsreihe, kein Hilfsverb. Es hat einen zweiten Gebrauch, den das Deutsche nicht kennt: die Vermutung über die Gegenwart. Saranno le otto heißt „es wird wohl acht Uhr sein“. Und aus denselben Stämmen entsteht das condizionale, das die höfliche Bitte trägt: vorrei statt voglio ist der Unterschied zwischen einer Bestellung und einer Forderung.

Wenn-Sätze

7 Themen

Ein Bedingungssatz besteht aus zwei Hälften, und die Zeitform der einen legt die der anderen fest. Es gibt genau drei Paare, und zwischen ihnen liegt der Unterschied zwischen einer Möglichkeit, einer Vorstellung und einem Bedauern. Die eine Regel, die alle drei tragen, ist eine Verbotsregel: nach se steht nie das Condizionale. Sie klingt willkürlich und ist die einzige, die man wirklich auswendig braucht — im Deutschen steht in beiden Hälften die würde-Form, im Italienischen nur in einer. Und der zweite Typ verlangt eine Zeitform, die es sonst kaum gibt: den congiuntivo imperfetto.

Verben: Congiuntivo, Passiv

Sein und haben

4 Themen

Zwei Verben tragen die ersten Wochen: essere und avere. Beide sind völlig unregelmäßig, beide stehen später als Hilfsverb in jeder Vergangenheit, und beide muss man deshalb auswendig können, bevor man irgendeine Regel lernt. Zwei Dinge überraschen dabei jeden, der aus dem Deutschen kommt: Das Alter, der Hunger und die Angst gehören zu avere — ho vent’anni, wörtlich „ich habe zwanzig Jahre“. Und das Dasein einer Sache heißt c’è oder ci sono, wobei sich die Form nach dem richtet, was da ist, nicht nach dem, der hinschaut.

Können, müssen, wollen

9 Themen

Wie im Deutschen sind es unregelmäßig gebeugte Verben, und danach folgt die Grundform ohne alles: posso venire — „ich kann kommen“. Drei tragen fast alles — potere, dovere, volere —, und sapere kommt hinzu, weil „können“ im Deutschen ein Wort ist und im Italienischen zwei: potere für die Gelegenheit, sapere für die erlernte Fähigkeit. Zwei Stellen kosten regelmäßig einen Satz: die Wahl des Hilfsverbs in der Vergangenheit, und das unpersönliche bisogna, das nie gebeugt wird.

Bitten und Befehle

4 Themen

Der Imperativ ist die Gegenwart ohne Subjekt, mit einer Vertauschung, die man sich merken muss: Bei den -are-Verben endet die du-Form auf -a statt auf -i — parla! —, bei allen anderen auf -i. Es ist genau umgekehrt zur Gegenwart, und das ist keine Schikane, sondern historisch gewachsen. Der eigentliche Bruch liegt aber woanders: Die höfliche Form für Lei ist gar kein Imperativ, sondern ein Congiuntivo — Scusi!, Senta!, Aspetti! Wer das nicht weiß, siezt mit der du-Form und duzt damit den halben Laden.

Verben mit si

4 Themen

Ein kleines si steht in drei völlig verschiedenen Bauweisen, und sie sehen einander zum Verwechseln ähnlich. Si lava heißt „er wäscht sich“ — ein reflexives Verb. Qui si parla italiano heißt „hier wird Italienisch gesprochen“ — das unpersönliche si, das dem deutschen „man“ entspricht. Und dazu kommt eine dritte Gruppe, die kein si hat und trotzdem hierher gehört: piacere und seine Verwandten, die den Satz umdrehen. Mi piace il caffè heißt nicht „ich mag Kaffee“, sondern „der Kaffee gefällt mir“ — und wer das nicht umbaut, sagt lebenslang das Falsche.

Das Passiv

4 Themen

Das Passiv steht mit essere und einem Partizip, das sich angleicht: la lettera è stata scritta. Wer die Tat vollbracht hat, kommt mit da — nicht mit di und nicht mit per. Daneben stehen drei Formen, die es im Deutschen so nicht gibt: venire statt essere, wenn ein Vorgang gemeint ist und kein Zustand; die Fügung mit si, die man auf jedem Schild liest; und andare plus Partizip, das ein Passiv und ein „muss“ in einem Wort ist.

Der Congiuntivo

6 Themen

Der Congiuntivo hat den Ruf, die Haltung des Sprechers auszudrücken. Praktisch nützlicher ist die andere Beschreibung: Er steht nach einer überschaubaren Liste von Ausdrücken, und wer die Liste kennt, trifft ihn jedes Mal. Penso che, voglio che, benché, prima che — danach steht er. Eine italienische Besonderheit fällt dabei auf: Schon das bejahte credere und pensare verlangt den Congiuntivo. Penso che sia vero — wo das Deutsche „ich glaube, dass es stimmt“ im Indikativ sagt. Und die drei Formen der Einzahl sind gleich, weshalb das Pronomen dort öfter dasteht als sonst.

Verb + Grundform: a, di oder nichts

8 Themen

Treffen im Italienischen zwei Verben aufeinander, steht das zweite in der Grundform — einfacher als im Deutschen, das dafür „zu“ braucht. Die Schwierigkeit steckt dazwischen: voglio partire, aber comincio a partire und decido di partire. Nichts, a oder di — das hängt am ersten Verb und ist zu lernen, nicht abzuleiten. Das deutsche „zu“ hilft dabei nicht: Es steht vor fast jeder zweiten Grundform und verrät nichts darüber, ob a oder di folgt.

Artikel, Nomen, Pronomen

Die Artikel

5 Themen

Das Deutsche hat drei bestimmte Artikel, das Italienische sieben. Und welcher steht, hängt nicht nur am Geschlecht, sondern am Anlaut des folgenden Wortes: il libro, aber lo studente und l’amico. Das ist die erste Regel des Italienischen, die man wirklich üben muss, und sie ist eine Ausspracheregel im Gewand einer Grammatikregel — il studente wäre nicht falsch verstanden, sondern nur schwer zu sprechen. Dazu kommt, dass der Artikel viel öfter steht als im Deutschen: vor Ländern, vor Sprachen, vor der Uhrzeit und vor dem eigenen Körper.

Das Nomen

9 Themen

Ein italienisches Nomen endet fast immer auf einen Vokal, und dieser Vokal sagt zwei Dinge auf einmal: das Geschlecht und die Zahl. -o ist männlich, -a weiblich, und in der Mehrzahl werden daraus -i und -e. Das ist so regelmäßig, dass man das Geschlecht meistens sieht — anders als im Deutschen, wo man es mit dem Artikel lernen muss. Zwei Dinge trüben das Bild: Die Wörter auf -e sagen gar nichts über ihr Geschlecht, und es gibt eine Handvoll Wörter, die aussehen wie das eine und das andere sind.

Die Adjektive

5 Themen

Ein italienisches Adjektiv passt sich seinem Nomen an, in Geschlecht und Zahl, und es hat dafür entweder vier Formen (rosso, rossa, rossi, rosse) oder zwei (grande, grandi). Welche Sorte es ist, sieht man am Endvokal. Der zweite Punkt ist die Stellung: Anders als im Deutschen steht das Adjektiv normalerweise hinter dem Nomen — una macchina rossa. Eine Handvoll häufiger Adjektive steht davor, und bei zweien von ihnen ändert die Stellung sogar die Bedeutung.

Die Pronomen

8 Themen

Ein italienisches Objektpronomen steht vor dem gebeugten Verb: lo vedo, „ich sehe ihn“. Das ist für jemanden aus dem Deutschen die erste Umstellung. Die zweite: Es gibt zwei Reihen, eine für das direkte Objekt (lo, la, li, le) und eine für das indirekte (gli, le, loro), und welche gilt, entscheidet das Verb. Dazu kommen zwei kleine Wörter, die das Deutsche gar nicht hat — ne für „davon“ und ci für „dorthin“. Und wenn zwei Pronomen zusammentreffen, ändern sie ihre Form: aus mi lo wird me lo.

Präpositionen

6 Themen

Präpositionen lassen sich nicht aus dem Deutschen übersetzen, sondern nur zusammen mit dem Wort lernen, an dem sie hängen. Zwei Dinge machen sie im Italienischen zusätzlich schwer. Erstens verschmelzen fünf von ihnen mit dem bestimmten Artikel — a + il = al, di + la = della, in + gli = negli —, und weil der Artikel sieben Formen hat, ergibt das eine Tabelle von fünfunddreißig Wörtern, die man liest und nicht auswendig lernt. Zweitens ist da die Präposition, die kein deutsches Gegenstück hat: Sie heißt „von“, „seit“, „bei“ und „zu einer Person“ — und einmal sogar „um zu“.

Satzbau: Fragen und Nebensätze

Fragen und Verneinung

5 Themen

Beides ist im Italienischen einfacher als in jeder Nachbarsprache. Eine Frage sieht aus wie eine Aussage — Parli italiano? — und wird nur an der Stimme erkannt; es gibt kein est-ce que, keine Umstellung, kein Hilfsverb. Und verneint wird mit einem einzigen Wort, non, das vor dem Verb steht. Der Haken kommt danach: Zwei Verneinungen heben sich hier nicht auf, sondern gehören zusammen. Non ho niente heißt „ich habe nichts“ — und ohne das non wäre der Satz falsch.

Sätze verbinden

5 Themen

Zwei Sätze werden im Italienischen nicht durch die Wortstellung verbunden, sondern durch ein kleines Wort, und die Wortstellung bleibt dieselbe wie im Hauptsatz: Subjekt, Verb, Rest. Das ist die gute Nachricht für deutsche Lerner — das Verb wandert nicht ans Ende. Die zweite gute Nachricht: Das Relativpronomen ist fast immer che, egal ob Subjekt oder Objekt, egal welches Geschlecht. Nur nach einer Präposition steht cui. Anstrengend wird es erst bei der berichteten Rede, weil sich dort die Zeiten verschieben.

Indirekte Rede

5 Themen

Das Deutsche nimmt für die indirekte Rede den Konjunktiv — er sagte, er sei müde. Das Italienische nimmt dafür die Zeitenfolge: Steht das einleitende Verb in der Vergangenheit, rückt alles dahinter eine Stufe zurück. Steht es in der Gegenwart, ändert sich nichts. Dice che è stanco gegen Ha detto che era stanco. Zwei Dinge kommen hinzu: Das Italienische verschiebt auch die Pronomen der Nähe — questo wird quello, qui wird lì — und es hat für den weitergegebenen Befehl zwei Bauarten statt einer.

Höflichkeit und Stil

Duzen und siezen

4 Themen

Das italienische Sie ist Lei, und es ist grammatisch die dritte Person Einzahl, weiblich — auch gegenüber einem Mann. Lei è tedesco? heißt „sind Sie Deutscher?“. Wer aus dem Deutschen kommt, greift zur Mehrzahl, weil das deutsche Sie eine ist, und duzt damit versehentlich eine ganze Gruppe. Die zweite Hälfte dieses Bereichs ist deshalb nicht die Form, sondern die Frage, wann man sie braucht — und die Antwort ist im Italienischen enger gefasst, als man denkt.

Feinheiten und Stil

9 Themen

Was hier steht, entscheidet keinen Satz und trotzdem den Eindruck. molto ist einmal Adverb und einmal Adjektiv und ändert danach seine Endung oder eben nicht; der Akzent auf dem letzten Vokal unterscheidet Wörter, die sonst gleich aussehen; und das Apostroph steht nach anderen Regeln als im Deutschen. Nichts davon ist schwer. Alles davon fällt sofort auf, wenn es fehlt — und der Akzent fällt sogar in einer Suche auf, weil e und è zwei verschiedene Wörter sind.