A2 · Die Adjektive
Wo das Adjektiv steht
vor oder hinter dem Nomen
Meistens dahinter — und davor ändert es manchmal alles.
Der Normalfall ist hinter dem Nomen: una macchina rossa, un vino italiano. Alles, was unterscheidet — Farbe, Herkunft, Form, Zustand — steht dort.
Davor stehen eine Handvoll häufiger, kurzer Adjektive: bello, brutto, buono, cattivo, grande, piccolo, giovane, vecchio, nuovo. una bella giornata, un piccolo problema.
Davor ist die Eigenschaft selbstverständlich, dahinter unterscheidend: una vecchia amica ist eine alte Freundin (seit langem), un’amica vecchia eine, die alt ist.
Bei zweien ändert sich die Bedeutung ganz: un grand’uomo ist ein bedeutender Mann, un uomo grande ein großer; un povero uomo ein bedauernswerter, un uomo povero ein armer.
bello und buono verändern vor dem Nomen ihre Form wie ein Artikel: bel libro, bello studente, begli amici, buon giorno.
Die Form
| una macchina rossa | ein rotes Auto |
| una bella giornata | ein schöner Tag |
| un bel libro | ein schönes Buch |
| begli occhi | schöne Augen |
| un grand’uomo | ein bedeutender Mann |
| un uomo grande | ein großer Mann |
Die Regeln im Einzelnen
Was unterscheidet, steht hinter dem Nomen.
Vorrei un vino rosso italiano.Ich hätte gern einen italienischen Rotwein.
Kurze, häufige Adjektive stehen davor.
Che bella giornata!Was für ein schöner Tag!
bello richtet sich vor dem Nomen nach dem Anlaut, wie der Artikel.
Un bel libro, un bello spettacolo.Ein schönes Buch, eine schöne Aufführung.
Bei grande und povero ändert die Stellung die Bedeutung.
Era un grand’uomo, non un uomo grande.Er war ein bedeutender Mann, kein großer.
Woran man es erkennt
- bel
- bello
- begli
- buon
- grand’
Beispielsätze
Ho visto un bel film ieri sera.Ich habe gestern Abend einen schönen Film gesehen.
Buon giorno e buona sera!Guten Tag und guten Abend!
È una vecchia amica di famiglia.Sie ist eine alte Freundin der Familie.
Cerco una camera tranquilla.Ich suche ein ruhiges Zimmer.
Die typisch deutsche Falle
Aufgepasst
Weil das Deutsche das Adjektiv immer vorn hat, stellt man es auch im Italienischen vorn — und sagt damit etwas anderes. Una rossa macchina ist nicht falsch verstanden, sondern es klingt, als wäre „rot" bei diesem Auto selbstverständlich. Der Normalfall ist hinten; davor gehören nur die kurzen, häufigen.
Was unterscheidet, steht hinten.
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