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Italienische Verben

Ein italienisches Verb trägt die Person in seiner Endung: „parlo“ heißt schon „ich spreche“, „parli“ „du sprichst“. Das Pronomen fällt deshalb meistens weg, und die Endungen tragen die ganze Last.

Drei Gruppen, sechs Personen

Jedes italienische Verb endet in der Grundform auf -are, -ere oder -ire. Die Gruppe entscheidet über die Endungen, der Stamm bleibt bei den regelmäßigen Verben gleich. In der Gegenwart:

Person-are-ere-ire
Grundformparlareprenderedormire
ioparloprendodormo
tuparliprendidormi
lui, leiparlaprendedorme
noiparliamoprendiamodormiamo
voiparlateprendetedormite
loroparlanoprendonodormono

Viele Verben auf -ire schieben zwischen Stamm und Endung -isc- ein, außer bei noi und voi: capisco, capisci, capisce, capiamo, capite, capiscono. Bei den 141 unregelmäßigen Verben ändert sich dagegen der Stamm selbst, und gerade die häufigsten gehören dazu: essere, avere, andare, fare. Deshalb muss man sie einzeln können.

Die typisch deutsche Falle

Wird die Vergangenheit mit essere gebildet, richtet sich das Partizip nach dem Subjekt — wie ein Adjektiv. Das Deutsche kennt das nicht, und deshalb bleibt die Endung bei Deutschsprachigen gern auf -o stehen.

Falsch: Maria è andato a Roma.
Richtig: Maria è andata a Roma.

Die Gegenprobe: Steht essere davor, bekommt das Partizip die Endung des Subjekts — -o, -a, -i, -e. Mit avere bleibt es in aller Regel bei -o: Maria ha mangiato.

Die zweite Falle: Wer gefällt hier wem?

„Ich mag Kaffee“ heißt mi piace il caffè, wörtlich „mir gefällt der Kaffee“. Das Verb richtet sich nach dem, was gefällt, nicht nach der Person: mi piacciono i libri, weil es mehrere Bücher sind. Wer vom Deutschen aus denkt, baut io piaccio il caffè — und das sagt niemand.

Wo es weitergeht

Wie ein Verb seine Formen bildet, steht oben. Wann man welche Zeit nimmt — Passato prossimo oder Imperfetto, Indikativ oder Congiuntivo —, ist die Frage nach den Zeiten, und die hat eine eigene Seite. Diese hier hört bewusst auf, bevor sie eine schlechte Kopie davon wird.

Die 141 unregelmäßigen Verben Die italienischen Zeiten

Die 30 Grammatikthemen rund um das Verb

Jedes mit Erklärung, Formtabelle, Beispielsätzen und eigenen Übungen.

A2Das Futuro sempliceEine Endungsreihe, und das r ist ihr Erkennungszeichen.B1Das CondizionaleDieselben Stämme, andere Endungen — und viel Höflichkeit.A2Unmittelbare Zukunft: stare perFür das, was in den nächsten Minuten geschieht.B1Futuro als VermutungSie sagt nicht, wann, sondern wie sicher.A2Das Presente für die ZukunftIm Gespräch ist das Presente die häufigste Zukunftsform — und das ist keine Nachlässigkeit.B1Welche Zukunftsform wann?Drei Formen, und die Wahl sagt, wie nah und wie sicher etwas ist.B1Zukunft nach quando und seWo das Deutsche ein Präsens setzt, nimmt das sorgfältige Italienisch das Futuro — in beiden Satzhälften.B2Das Futuro anterioreEine Zukunft, die schon abgeschlossen ist, bevor die andere beginnt.B2Zukunft in der VergangenheitWas von einem Punkt in der Vergangenheit aus noch bevorstand — und die Form, die das Italienische anders macht als das Deutsche.A1Modalverben: potere, volere, dovereGebeugt, und danach die reine Grundform.A2Wissen und kennen: sapere, conoscereZwei Verben für ein deutsches Wort — und für „können“.B1Man muss: bisogna, ci vuoleZwei Wendungen ohne Person — und eine davon zählt mit.B1Modalverben in der VergangenheitDas Hilfsverb kommt vom zweiten Verb.B1Nicht müssen und nicht dürfenZwei deutsche Sätze, die fast gleich klingen, und zwei italienische, die einander widersprechen.B1dovere für eine VermutungDasselbe Verb, das die Pflicht trägt, trägt auch den Verdacht.A2Höflich bitten und fragenDrei Formen, die aus einer Forderung eine Bitte machen.B1Raten und empfehlenDrei Abstufungen zwischen einem Tipp und einer Warnung.C1Vorschriften und SchilderWie ein Schild, ein Formular und eine Hausordnung müssen und dürfen sagen — ohne Modalverb.B1Das Passiv mit essereDas Partizip gleicht sich an wie ein Adjektiv.B2Das Passiv mit venireEs trennt, was essere zusammenwirft.B1Das Passiv mit siDas Verb richtet sich nach der Sache.B2Passiv mit andare: va fattoandare plus Partizip trägt eine Vorschrift in sich.A2Grundform ohne PräpositionWollen, können, müssen — und ein Dutzend weitere.B1Grundform mit aDie Verben des Anfangens, Lernens und Gelingens.B1Grundform mit diDie größte Gruppe — und die des Aufhörens.B2Das Gerundio: parlandoOhne stare, und mit einer Regel über den Träger.B2Lassen: fare und lasciareWer es tut, steht nicht dort, wo man ihn erwartet.B1Verben, die a und di nehmenDieselben Verben mit zwei Präpositionen — und zwei Bedeutungen.B1Adjektiv und Nomen vor der GrundformAuch ein Adjektiv braucht eine Präposition, bevor ein Verb folgt — und das Italienische hat dafür drei.B2Der Infinito passatoEine Grundform, die vorher liegt — und die das Deutsche mit einem ganzen Nebensatz ausdrückt.

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