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Italienische Aussprache: 37 Minimalpaare zum Hören

Ein Minimalpaar sind zwei Wörter, die sich in genau einem Laut unterscheiden: ship und sheep, bad und bed. Wer sie auseinanderhält, hat den Laut. Wer nicht, sagt jahrelang dasselbe Wort und wundert sich über Rückfragen.

Diese Liste ist kürzer als die üblichen, weil sie einer einzigen Regel folgt: Es stehen nur die Unterschiede darauf, die es im Deutschen nicht gibt. Mit pin und pen hat ein deutscher Sprecher keine Mühe — beide Vokale kennt er. Mit ship und sheep schon.

Deshalb sagt jede der 5 Gruppen zuerst, was ein deutscher Sprecher stattdessen tut. Das ist die eigentliche Auskunft; die Wörter darunter sind Belege. Eine Lautschrift steht hier nicht: Wer die Zeichen kennt, braucht diese Seite nicht, und wer sie nicht kennt, dem sagen sie nichts.

Einfacher gegen doppelter Konsonant

Der Buchstabe wird wirklich länger — und das entscheidet das Wort.

Was dabei passiert: Ein doppelt geschriebener Konsonant wird im Italienischen wirklich länger gesprochen, ungefähr doppelt so lang wie ein einfacher. Bei Verschlusslauten wie p, t, k hört man es als eine kleine Pause vor dem Öffnen: in nonno stockt die Stimme kurz, in nono nicht. Das Deutsche kennt das nicht: Dort sagt der Doppelbuchstabe etwas über den Vokal davor — „Bett" hat ein kurzes e —, und der Konsonant selbst bleibt gleich. Ein deutscher Sprecher spricht deshalb reflexhaft alle italienischen Doppelkonsonanten einfach und ändert damit Wörter, ohne es zu merken. Umgekehrt ist es genauso: Wer aus Vorsicht überall doppelt spricht, sagt anno, wo er ano meinte, und das ist peinlicher.

Das eineheißtDas andereheißt
nononeunternonnoder Großvater

Abita al nono piano.Er wohnt im neunten Stock.

Das bekannteste Paar der Sprache, und beide Wörter kommen im Alltag vor.
caroteuer, liebcarroder Karren

Questo albergo è troppo caro.Dieses Hotel ist zu teuer.

penadie Mühe, die Strafepennader Stift

Vale la pena provare.Es lohnt sich, es zu versuchen.

anoder Afterannodas Jahr

L’anno prossimo cambio lavoro.Nächstes Jahr wechsle ich die Arbeit.

Das Paar, bei dem ein zu kurz gesprochener Konsonant wirklich unangenehm wird.
sonoich binsonnoder Schlaf

Ho sonno, vado a letto.Ich bin müde, ich gehe ins Bett.

casadas Hauscassadie Kasse

Si paga alla cassa.Man zahlt an der Kasse.

notadie Anmerkungnottedie Nacht

Ha piovuto tutta la notte.Es hat die ganze Nacht geregnet.

Hier ändert sich mit dem Konsonanten auch der Vokal — ein Paar, das man nur zusammen hört.
fatodas Schicksalfattodie Tatsache

È un fatto, non un’opinione.Das ist eine Tatsache, keine Meinung.

copiadie Kopiecoppiadas Paar

Sono una coppia da dieci anni.Sie sind seit zehn Jahren ein Paar.

seteder Durstsettesieben

Il treno parte alle sette.Der Zug fährt um sieben.

rosarosa, die Roserossarot (w)

Ha comprato una macchina rossa.Er hat ein rotes Auto gekauft.

papader Papstpappader Brei

Il papa parlò dalla finestra.Der Papst sprach vom Fenster aus.

Und papà mit Akzent am Ende ist der Vater — drei Wörter, die sich in einem Konsonanten und einem Akzent unterscheiden.
poloder Polpollodas Hähnchen

Abbiamo mangiato pollo arrosto.Wir haben Brathähnchen gegessen.

tutader Trainingsanzugtuttaganze

Ha lavorato tutta la settimana.Er hat die ganze Woche gearbeitet.

ecodas Echoeccohier ist

Ecco il tuo caffè.Hier ist dein Kaffee.

Hartes und weiches c und g

Derselbe Buchstabe, zwei Laute — und der nächste Vokal entscheidet.

Was dabei passiert: Vor a, o und u ist c ein k und g ein g wie in „Garten". Vor e und i werden beide weich: c klingt wie das deutsche tsch in „Deutsch", g wie das dsch in „Dschungel". Damit unterscheidet ein einziger Vokal zwei Wörter — und die Schreibung muss nachhelfen, wenn der Laut nicht mit dem Vokal zusammenpassen soll. Ein stummes h hält den Laut hart: chi klingt wie „ki", ghe wie „ge". Ein stummes i macht ihn weich: ciao beginnt mit tsch und nicht mit k, und das i hört man nicht.

Das eineheißtDas andereheißt
cenadas Abendessenchienavolle (mundartlich für piena)

La cena è alle otto.Das Abendessen ist um acht.

cena beginnt mit tsch, nicht mit k. Vor e und i ist das c immer weich.
chiwerciuns, dorthin

Chi è alla porta?Wer ist an der Tür?

Das h hält den Laut hart: chi ist „ki", ci ist „tschi".
geloder Frostghettodas Ghetto

Stanotte c’è stato il gelo.Heute Nacht hat es gefroren.

ge ist dsch, ghe ist ein hartes g.
caneder Hundciaohallo

Il cane dorme in giardino.Der Hund schläft im Garten.

Das i in ciao wird nicht gesprochen; es macht nur das c weich.
girodie Rundeghiroder Siebenschläfer

Facciamo un giro in centro.Drehen wir eine Runde in der Innenstadt.

cuoredas Herzcuocoder Koch

Il cuoco esce dalla cucina.Der Koch kommt aus der Küche.

Vor u bleibt das c hart, ohne dass ein h nötig wäre.

gli und gn

Zwei Laute, die das Deutsche nicht schreibt.

Was dabei passiert: gn ist derselbe Laut wie das spanische ñ und das französische gn — der, den das Deutsche im Wort „Kognak" spricht und nirgends schreibt. Deutsche Sprecher zerlegen ihn in zwei Silben, „gnokki" statt gnocchi, und das klingt sofort fremd. gli ist noch schwerer, weil es im Deutschen gar kein Gegenstück hat: Die Zungenmitte liegt am Gaumen, und es kommt weder ein l noch ein j heraus, sondern etwas dazwischen. Wer figlio als „filjo" spricht, wird verstanden und erkennbar bleiben.

Das eineheißtDas andereheißt
figlioder Sohnfiloder Faden

Suo figlio studia a Bologna.Sein Sohn studiert in Bologna.

Das gli ist ein Laut, nicht l plus j. Die Zungenmitte liegt am Gaumen.
gnocchiGnocchinocchiKnoten (mundartlich)

Gli gnocchi si fanno con le patate.Gnocchi macht man aus Kartoffeln.

bagnodas Badbanjodas Banjo

Il bagno è in fondo al corridoio.Das Bad ist am Ende des Flurs.

Der Unterschied ist die Silbenzahl: bagno hat zwei, „banjo" hätte drei.
mogliedie Ehefraumolleweich

Sua moglie è medico.Seine Frau ist Ärztin.

sognoder Traumsonoich bin

È stato solo un sogno.Es war nur ein Traum.

aglioder Knoblauchagodie Nadel

Metti poco aglio nel sugo.Nimm wenig Knoblauch für die Soße.

sc vor e und i

Aus zwei Buchstaben wird ein sch.

Was dabei passiert: Vor e und i wird sc zu einem einzigen sch-Laut: pesce klingt wie „pesche" im Deutschen geschrieben, nicht wie „peske". Vor a, o und u bleiben es zwei Laute: scuola ist „skuola". Damit gilt hier dieselbe Regel wie bei c und g, und dieselben Hilfszeichen: sch hält es hart (schema ist „skema"), sci macht es weich, und das i ist dann stumm.

Das eineheißtDas andereheißt
pesceder Fischpescader Pfirsich

Il pesce qui è ottimo.Der Fisch ist hier ausgezeichnet.

pesce ist „pesche", pesca ist „peska" — derselbe Buchstabenanfang, zwei Laute.
scenadie Szeneschemadas Schema

La scena finale dura dieci minuti.Die Schlussszene dauert zehn Minuten.

sciareSki fahrenscuoladie Schule

In inverno andiamo a sciare.Im Winter fahren wir Ski.

Das i in sciare ist stumm und macht nur das sc weich.
uscirehinausgehenoscurodunkel

Non voglio uscire adesso.Ich will jetzt nicht hinausgehen.

Vor i wird sc weich, vor u hart: uscire ist „uschire", oscuro ist „oskuro".

Wo die Betonung liegt

Sie steht nicht in der Schrift — außer am Wortende.

Was dabei passiert: Die meisten italienischen Wörter werden auf der vorletzten Silbe betont, und dann schreibt man nichts. Liegt die Betonung am Wortende, steht ein Akzent: città, caffè, perché. Liegt sie weiter vorn — auf der drittletzten oder viertletzten Silbe —, steht ebenfalls nichts, und genau dort gehen deutsche Sprecher fehl. abitano wird auf der ersten Silbe betont, nicht auf der zweiten; telefono ebenso. Bei einigen Wörtern entscheidet die Betonung sogar, welches Wort es ist, und die Schrift hilft nicht.

Das eineheißtDas andereheißt
ancoranochàncorader Anker

Non è ancora arrivato.Er ist noch nicht angekommen.

Dasselbe Wortbild, zwei Betonungen und zwei Bedeutungen. Der Akzent wird nur geschrieben, wo Verwechslung droht.
metadas Zielmetàdie Hälfte

Abbiamo fatto solo metà del lavoro.Wir haben nur die Hälfte der Arbeit geschafft.

Wo die Betonung auf der letzten Silbe liegt, wird der Akzent geschrieben — und er ist Pflicht, nicht Zierat.
subitosofortsubìtoerlitten

Vengo subito, aspettami.Ich komme sofort, warte auf mich.

SU-bito heißt sofort, su-BI-to ist das Partizip von subire. Der Akzent wird nur dort geschrieben, wo die Verwechslung sonst bliebe.
telefonodas Telefontelefonòer rief an

Telefonò tre volte senza risposta.Er rief dreimal an, ohne Antwort.

Der Akzent am Ende zeigt die Betonung und macht aus dem Nomen eine Verbform.
abitanosie wohnenabitarewohnen

Abitano vicino alla stazione.Sie wohnen in der Nähe des Bahnhofs.

A-bi-ta-no wird auf der ersten Silbe betont — die dritte Person Mehrzahl zieht die Betonung nach vorn.
papàder Vaterpapader Papst

Mio papà lavora in banca.Mein Vater arbeitet bei einer Bank.

Hören und unterscheiden

Es wird eines der beiden Wörter gesprochen, und Sie sagen, welches. Zwei Möglichkeiten heißt: Raten trifft die Hälfte. Deshalb kommt jedes Paar zweimal dran — einmal je Wort. Wer den Laut nicht hat, landet über beide hinweg bei fünfzig Prozent, und das ist zu sehen; ein einzelner Treffer wäre es nicht.