C1 · Was nach einem Verb kommt
Was nach einem Nomen oder Adjektiv folgt
the decision to go, keen on going
Nicht nur Verben verlangen ein bestimmtes Muster — Nomen und Adjektive tun es auch, und ihr Muster ist ein anderes.
Der Bereich davor sortiert Verben danach, ob ein -ing oder ein to folgt. Auf dieser Stufe kommt heraus, dass Nomen und Adjektive dieselbe Frage stellen und anders beantworten. the decision to leave, aber the idea of leaving. keen to help, aber keen on helping.
Die Grundordnung ist einfacher, als sie aussieht. Nach einer Präposition steht immer -ing, ausnahmslos: interested in going, good at explaining, tired of waiting, instead of asking. Wer diese eine Regel hat, hat drei Viertel der Fälle.
Der Rest sind Nomen und Adjektive, die ein to nehmen, weil sie einen Zweck oder eine Absicht enthalten: the decision to leave, the attempt to explain, the refusal to sign; ready to start, willing to wait, likely to fail, easy to read.
Und dann gibt es die Wörter, die beides nehmen und dabei ihre Bedeutung ändern. sorry to hear blickt nach vorn auf eine Nachricht, sorry for shouting blickt zurück auf eine Tat. afraid to ask heißt: ich traue mich nicht; afraid of asking heißt: ich fürchte die Folgen.
Die Form
| nach Präposition immer -ing | interested in learning |
| Nomen mit to | the decision to leave, the attempt to explain |
| Nomen mit of + -ing | the idea of leaving, the risk of falling |
| Adjektiv mit to | ready to start, likely to fail |
| Adjektiv mit Präposition | keen on walking, tired of waiting |
Die Regeln im Einzelnen
Nach jeder Präposition steht -ing, ohne Ausnahme.
She is good at listening.Sie kann gut zuhören.
Ein Nomen mit Absicht darin nimmt to.
His refusal to sign ended the meeting.Seine Weigerung zu unterschreiben beendete die Sitzung.
Ein Nomen ohne Absicht nimmt of und -ing.
The risk of losing the deposit was real.Das Risiko, die Anzahlung zu verlieren, war real.
Ein Adjektiv, das nach vorn blickt, nimmt to.
They were ready to leave at four.Sie waren um vier bereit zu gehen.
to als Präposition ist keine Ausnahme — auch danach steht -ing.
I look forward to hearing from you.Ich freue mich auf Ihre Antwort.
Genauer hingesehen
Warum die Probe mit dem Nomen funktioniert
Ein to kann zweierlei sein: der Anfang eines Infinitivs (to go) oder eine Präposition (to London). Beides schreibt sich gleich, und das ist der ganze Grund für diesen Fehler. Ein Infinitiv-to kann kein Nomen tragen — I want to your answer ist Unsinn —, eine Präposition schon.
Also: Setzen Sie testweise ein Nomen ein. Geht der Satz, war es eine Präposition und es muss -ing folgen. Geht er nicht, war es ein Infinitiv und die Grundform bleibt. Die Probe braucht keine Liste und funktioniert bei jedem neuen Ausdruck, auch bei einem, den man noch nie gesehen hat.
Ausnahmen und Sonderfälle (2)
-
ein Nomen und ein to-Infinitiv nur nebeneinanderstehen
gehört das to zum Verb dahinter und nicht zum Nomen.
He had no time to explain.Er hatte keine Zeit, es zu erklären.
Das to gehört zum Verb, das folgt, und nicht zum Nomen davor — die Nachbarschaft täuscht.
-
ein Adjektiv beides nimmt
blickt to nach vorn und die Präposition zurück.
sorry to hear that / sorry for shoutingbedauere, das zu hören / entschuldige das Schreien
Die Richtung entscheidet: to blickt auf etwas, das noch kommt, eine Präposition auf etwas, das schon war.
Woran man es erkennt
- in
- at
- of
- on
- for
- about
- look forward to
- used to
Beispielsätze
The decision to close the branch was taken in March.Die Entscheidung, die Filiale zu schließen, fiel im März.
There is no chance of finishing today.Es besteht keine Aussicht, heute fertig zu werden.
She was afraid to ask and afraid of the answer.Sie traute sich nicht zu fragen und fürchtete die Antwort.
We are not used to working at weekends.Wir sind es nicht gewohnt, am Wochenende zu arbeiten.
It is easy to read and hard to forget.Es liest sich leicht und vergisst sich schwer.
Noch 6 Beispielsätze
There is little point in arguing about it now.Es hat wenig Sinn, jetzt darüber zu streiten.
She has no intention of moving back.Sie hat nicht die Absicht zurückzuziehen.
We are looking forward to hearing from you.Wir freuen uns, von Ihnen zu hören.
He is capable of finishing it alone.Er ist imstande, es allein zu Ende zu bringen.
It was kind of you to wait.Es war nett von Ihnen zu warten.
I am not used to being asked that.Ich bin es nicht gewohnt, das gefragt zu werden.
Besonderheiten (3)
-
Nach jeder Präposition steht -ing
Diese Regel hat keine Ausnahme, und sie erklärt die meisten Zweifelsfälle: after leaving, without asking, instead of waiting. Wer sie kennt, muss die Listen nicht auswendig lernen — er muss nur die Präposition erkennen.
She left without saying goodbye.Sie ging, ohne sich zu verabschieden.
-
Das to, das eine Präposition ist
In look forward to, be used to, object to und in addition to ist to eine Präposition, kein Infinitivzeichen. Deshalb folgt ein -ing. Die Probe: Lässt sich ein Nomen einsetzen (look forward to the holiday), ist es eine Präposition.
I object to being treated like that.Ich verwahre mich dagegen, so behandelt zu werden.
-
used to und be used to
I used to smoke ist eine frühere Gewohnheit — Infinitiv. I am used to smoking heißt, ich bin daran gewöhnt — hier ist to eine Präposition. Zwei Bauformen, die sich nur im Verb davor unterscheiden.
He used to drive. — He is used to driving.Er ist früher gefahren. — Er ist das Fahren gewohnt.
Die typisch deutsche Falle
Aufgepasst
look forward to und be used to sehen aus wie ein Infinitiv und sind keiner: das to ist hier eine Präposition, und danach steht -ing. I look forward to meet you ist der klassische Fehler in einer Bewerbung — an genau der Stelle, an der der Brief besonders sorgfältig sein sollte. Die Probe: Lässt sich statt des Verbs ein Nomen einsetzen? I look forward to your answer geht — also Präposition, also -ing.
Nach einer Präposition immer -ing. Wo eine Absicht steckt, ein to.
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