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A1  ·  Zeiten und Verlaufsformen

Simple Present

einfache Gegenwart

Was immer gilt, was regelmäßig geschieht, was Tatsache ist.

Das Simple Present ist die Grundform der Gegenwart. Es steht für Dinge, die allgemein gelten, sich wiederholen oder einfach so sind: Gewohnheiten, Fahrpläne, Eigenschaften, Naturgesetze.

Der ganze Aufwand steckt in einer einzigen Person. In der dritten Person Einzahl — he, she, it — bekommt das Verb ein -s. Überall sonst steht die Grundform. Verneinung und Frage werden nicht am Verb gebildet, sondern mit do beziehungsweise does; das Hauptverb bleibt dann in der Grundform und gibt das -s an do ab.

Die Form

AussageI work. / She works.
VerneinungI do not work. / She does not work.
KurzformI don't work. / She doesn't work.
FrageDo you work? / Does she work?
KurzantwortYes, she does. / No, she does not.

Die Regeln im Einzelnen

  1. Dritte Person Einzahl: Verb plus -s.

    My sister lives in Hamburg.Meine Schwester wohnt in Hamburg.

  2. Endet das Verb auf -s, -sh, -ch, -x oder -o, wird -es angehängt.

    He watches the news every evening.Er sieht jeden Abend die Nachrichten.

  3. Endet das Verb auf Mitlaut plus -y, wird das y zu -ies.

    She studies medicine.Sie studiert Medizin.

  4. Nach do und does steht das Hauptverb ohne -s.

    Does he know the answer?Weiß er die Antwort?

  5. to be und to have got bilden Frage und Verneinung ohne do.

    Is she at home? — She has not got a car.Ist sie zu Hause? — Sie hat kein Auto.

Genauer hingesehen

Warum ausgerechnet die dritte Person ein -s bekommt

Das Englische hatte einmal Endungen in jeder Person, so wie das Deutsche sie noch hat: ich gehe, du gehst, er geht. Über die Jahrhunderte sind sie eine nach der anderen verschwunden. Das -s in der dritten Person Einzahl ist der einzige Rest, der im Präsens übrig geblieben ist.

Das erklärt, warum es sich so unlogisch anfühlt: Es ist nicht der Anfang eines Systems, sondern das Ende eines abgetragenen. Wer es als Überbleibsel liest statt als Regel, merkt es sich leichter — und versteht auch, warum die Modalverben es nie hatten.

Warum Frage und Verneinung ein zusätzliches Verb brauchen

Im Deutschen genügt die Wortstellung: „Arbeitest du?" Im Englischen geht das mit Vollverben nicht mehr — „Work you?" ist kein Satz. Stattdessen tritt do dazu und übernimmt alles, was grammatisch zu erledigen ist: die Person, die Zeit, die Verneinung, die Umstellung.

Das Hauptverb wird dadurch frei und steht in der Grundform — deshalb heißt es Does she work? und nicht Does she works? Wer das einmal so sieht, macht diesen Fehler nicht wieder: Das -s ist schon vergeben.

She does not remember the address.Sie erinnert sich nicht an die Adresse.

Does the shop open on Sundays?Öffnet der Laden sonntags?

Ausnahmen und Sonderfälle (4)
  • das Verb have ist

    heißt die dritte Person has und nicht haves.

    My neighbour has three cats.Mein Nachbar hat drei Katzen.

    have ist eines der ältesten Verben der Sprache und hat seine eigene Form behalten.

  • es ein Modalverb ist — can, must, may, should, will

    bekommt es nie ein -s, in keiner Person.

    She can swim very well.Sie kann sehr gut schwimmen.

    Die Modalverben waren einmal Vergangenheitsformen und hatten deshalb nie die Endung der dritten Person.

  • vor dem -y ein Selbstlaut steht

    bleibt das y stehen und es kommt nur ein -s dazu.

    He plays the piano every evening.Er spielt jeden Abend Klavier.

    Die -ies-Regel gilt nur nach einem Mitlaut: study wird studies, aber play wird plays.

  • das Verb say oder do ist

    ändert sich die Aussprache, obwohl die Schreibung regelmäßig bleibt.

    She says it every time.Sie sagt es jedes Mal.

    says reimt sich auf dress und nicht auf days; does reimt sich auf buzz. Geschrieben sieht man das nicht.

Woran man es erkennt

  • always
  • usually
  • often
  • sometimes
  • never
  • every day
  • on Mondays
  • twice a week

Beispielsätze

Water boils at 100 degrees.Wasser kocht bei 100 Grad.

The train leaves at 6.40.Der Zug fährt um 6.40 Uhr ab.

I never drink coffee after six.Ich trinke nach sechs nie Kaffee.

He teaches at a primary school.Er unterrichtet an einer Grundschule.

They don't live here any more.Sie wohnen nicht mehr hier.

Noch 8 Beispielsätze

I work from home on Fridays.Freitags arbeite ich von zu Hause.

She catches the same bus every morning.Sie nimmt jeden Morgen denselben Bus.

The shop opens at nine and closes at six.Der Laden öffnet um neun und schließt um sechs.

We do not eat meat.Wir essen kein Fleisch.

Does the train stop in Leeds?Hält der Zug in Leeds?

My brother lives in Hamburg, but he works in Kiel.Mein Bruder wohnt in Hamburg, arbeitet aber in Kiel.

Water freezes at zero degrees.Wasser gefriert bei null Grad.

He never answers the phone before ten.Er geht vor zehn nie ans Telefon.

Besonderheiten (3)
  • Das -s ist die einzige Endung, die es gibt

    Englische Verben werden im Präsens genau einmal gebeugt: in der dritten Person Singular. Alle anderen fünf Formen sind die Grundform. Wer aus dem Deutschen kommt, sucht mehr Endungen, als es gibt — es ist nur diese eine, und sie fällt beim Sprechen weg, ohne dass es jemand merkt.

    I work, you work, he works, we work, they work.ich arbeite, du arbeitest, er arbeitet, wir arbeiten, sie arbeiten

  • do und does verschwinden im Aussagesatz

    Frage und Verneinung brauchen do oder does, der einfache Aussagesatz nicht. Wer I do work sagt, betont — das heißt „ich arbeite sehr wohl" und ist eine Widerrede, keine Auskunft.

    I do work at weekends, whatever he says.Ich arbeite sehr wohl am Wochenende, was er auch sagt.

  • Nach does fällt das -s weg

    Die Endung wandert vom Verb auf das Hilfsverb und steht dann nur noch einmal. Does he works ist der Fehler, den fast jeder einmal macht, und er ist am Anfang so häufig, dass er sich lohnt, einmal bewusst gelesen zu haben.

    Does she live here? — She lives here.Wohnt sie hier? — Sie wohnt hier.

Die typisch deutsche Falle

Aufgepasst

Das -s in der dritten Person hat im Deutschen keine Entsprechung, die man vergessen könnte — deshalb fällt es auch nach Jahren noch weg. Der zweite Fehler ist das Gegenteil: Sitzt das -s erst einmal, wandert es auch hinter Fragen und Verneinungen, wo es nicht hingehört. Merken Sie sich: Das -s gibt es nur einmal im Satz, und wenn do da ist, gehört es do.

Falsch:He don't works here.
Richtig:He doesn't work here.

Ein Satz, ein -s: entweder am Verb oder an does.

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