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B2  ·  Präpositionen

Präpositionen am Satzende

Who did you talk to?

Wo im Deutschen ein Wort vorne steht, steht im Englischen oft eines hinten.

In Fragen und Relativsätzen bleibt die Präposition im Englischen meistens dort stehen, wo sie hingehört — beim Verb, also am Ende: Who did you talk to? What are you looking for? the person I work with.

Das Deutsche zieht sie nach vorn (Mit wem hast du gesprochen?) oder baut ein Wort wie „womit" und „wofür". Für beides gibt es im Englischen keine Entsprechung im Alltag.

Die Form mit der Präposition vorn gibt es: To whom did you speak? Sie ist sehr förmlich, verlangt whom und steht heute in Verträgen und Aufsätzen, nicht in einer Mail.

Auch das Passiv und der Infinitiv lassen die Präposition am Ende zurück: This chair has been sat on. The house is difficult to live in. Wer sie dort wegstreicht, macht den Satz falsch.

Die Form

FrageWhat are you waiting for?
Relativsatzthe file I told you about
PassivThe offer was never replied to.
förmlichthe person to whom the letter was sent

Die Regeln im Einzelnen

  1. In Fragen mit einem Fragewort steht die Präposition am Ende.

    Who are you writing to?An wen schreibst du?

  2. Im Relativsatz steht sie ebenfalls am Ende, wenn das Relativpronomen wegfällt.

    That is the flat we lived in.Das ist die Wohnung, in der wir gewohnt haben.

  3. Die förmliche Form zieht die Präposition vor whom oder which.

    This is the report to which I referred.Das ist der Bericht, auf den ich verwiesen habe.

  4. Passiv und Infinitiv lassen die Präposition stehen.

    The problem has been dealt with.Das Problem ist erledigt worden.

Genauer hingesehen

Die Regel, die es nie gab

Dass eine Präposition nicht am Satzende stehen dürfe, wurde im achtzehnten Jahrhundert aus dem Lateinischen übernommen, wo ein solcher Satz tatsächlich nicht geht. Im Englischen ging er immer, und er geht bis heute — Fragen und Relativsätze bauen sogar bevorzugt so.

Wer die Präposition trotzdem nach vorn zieht, muss whom nehmen: To whom did you speak? Diese Form ist nicht falsch, aber sie ist eine Registerentscheidung und keine Grammatik.

This is the machine the engineer complained about.Das ist die Maschine, über die sich der Techniker beschwert hat.

Warum die Präposition nicht weggelassen werden darf

Sie gehört zum Verb und nicht zum Satzbau: look for, wait for, deal with sind je ein Wort mit zwei Teilen. Fällt der zweite weg, verändert sich die Bedeutung oder verschwindet ganz — look heisst schauen, look for heisst suchen.

Im Deutschen steckt dieselbe Verbindung oft in einer Vorsilbe: suchen, abwarten, bearbeiten. Die englische Fassung trägt sie hinter sich her, und deshalb bleibt sie am Ende stehen.

Ausnahmen und Sonderfälle (2)
  • das Relativpronomen that lautet

    kann die Präposition gar nicht nach vorn.

    This is the form that everybody complains about.Das ist das Formular, über das sich alle beschweren.

    Nur whom und which lassen eine Präposition vor sich zu; vor that steht keine, und der Satz hat dann keine förmliche Fassung.

  • das Verb die Präposition gar nicht braucht

    steht am Ende nichts.

    Who did you meet at the station?Wen hast du am Bahnhof getroffen?

    meet steht ohne Präposition; wer eine anhängt, baut einen Fehler ein, den es im Deutschen nicht gibt.

Woran man es erkennt

  • What … for?
  • Who … with?
  • to live in
  • dealt with

Beispielsätze

What did you pay for it with?Womit hast du dafür bezahlt?

She is the colleague I share an office with.Sie ist die Kollegin, mit der ich ein Büro teile.

These forms are hard to work with.Mit diesen Formularen lässt sich schwer arbeiten.

The letter was never answered.Der Brief wurde nie beantwortet.

Noch 6 Beispielsätze

Who are you waiting for?Auf wen wartest du?

That is the box everything came in.Das ist die Schachtel, in der alles kam.

What is this switch for?Wofür ist dieser Schalter?

It is a subject nobody likes talking about.Das ist ein Thema, über das niemand gern spricht.

The person to whom the letter was addressed had moved.Die Person, an die der Brief gerichtet war, war umgezogen.

This chair is not worth paying for.Für diesen Stuhl lohnt es sich nicht zu zahlen.

Besonderheiten (3)
  • Es gibt kein englisches womit

    Das Deutsche baut wo- und da- mit der Präposition zusammen: womit, dafür, worüber. Das Englische kennt das nicht mehr — was übrig ist (whereby, thereof) steht nur noch in Verträgen. Alltagsenglisch stellt die Präposition ans Ende.

    What are you writing with?Womit schreibst du?

  • Die Regel gegen das Satzende war nie eine

    Der Satz „eine Präposition gehört nicht ans Ende" stammt aus dem 17. Jahrhundert und überträgt eine lateinische Regel aufs Englische. Gutes Englisch hat sie nie befolgt. Vorgezogen wird die Präposition heute nur noch, wo es förmlich klingen soll.

    This is the man I told you about.Das ist der Mann, von dem ich dir erzählt habe.

  • Vorgezogen geht nur mit whom und which

    to whom, in which, for which — das sind die einzigen Formen, die die Präposition nach vorn nehmen. Mit that oder ganz ohne Pronomen geht es nicht: to that I referred ist kein englischer Satz.

    the department in which she worksdie Abteilung, in der sie arbeitet

Die typisch deutsche Falle

Aufgepasst

Deutschsprachige bauen die Frage nach dem deutschen Muster: With who did you speak? oder For what are you waiting? Beides klingt falsch beziehungsweise steif. Im Alltag steht das Fragewort vorn und die Präposition hinten — und niemand hält das für nachlässig.

Falsch:With who did you speak yesterday?
Richtig:Who did you speak to yesterday?

Das Fragewort nach vorn, die Präposition bleibt hinten.

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