C1 · Können, müssen, wollen
Vorschriften und Schilder
Gebot, Verbot und Erlaubnis im Amtston
Wie ein Schild, ein Formular und eine Hausordnung müssen und dürfen sagen — ohne Modalverb.
Auf einen Blick
- Merksatz
- Ein Schild spricht niemanden an: Grundform, Passiv oder il est interdit de.
- Form
- il est interdit dees ist verboten zu
- Signalwörter
- interdit
- défense de
- obligatoire
- autorisé
- toléré
- ne pas
- Falle
- Falsch:Vous devez porter un casque.Richtig:Le port du casque est obligatoire.
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Die Form
Die Formen und was sie heißen
In jeder Zeile steht zuerst die Bedeutung, dann die Form auf Französisch.
| es ist verboten zu | il est interdit de |
| verboten (Schild) | défense de |
| Pflicht | obligatoire |
| empfohlen | recommandé |
| erlaubt | autorisé |
| geduldet | toléré |
Die Regeln im Einzelnen
Die Form dieses Themas
Auf dem Schild steht die Grundform, nicht der Imperativ.
Ne pas déranger.Bitte nicht stören.
défense de plus Grundform ist das Verbot in zwei Wörtern.
Défense d’afficher.Plakatieren verboten.
Das Passiv nennt keinen Täter und klingt deshalb amtlich.
Le port du casque est exigé.Das Tragen eines Helms wird verlangt.
toléré ist eine Erlaubnis mit Vorbehalt.
Les chiens sont tolérés en terrasse.Hunde werden auf der Terrasse geduldet.
Beispielsätze
Il est interdit de fumer dans l’enceinte.Auf dem Gelände ist das Rauchen verboten.
Défense d’entrer sans autorisation.Zutritt ohne Genehmigung verboten.
La ceinture est obligatoire à l’arrière.Auf den Rücksitzen ist der Gurt Pflicht.
Stationnement toléré le dimanche.Parken sonntags geduldet.
Die typisch deutsche Falle
Aufgepasst
Wer eine Vorschrift mit vous devez formuliert, spricht jemanden an — und klingt wie ein Vorgesetzter, nicht wie ein Text. Ein Schild sagt niemandem Sie. Es sagt, was gilt, und lässt offen, für wen.
Ausführlich erklärt
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Eine Vorschrift benutzt selten devoir. Sie benutzt Formen, die niemanden ansprechen: die Grundform als Befehl (Ne pas se pencher), das unpersönliche il est interdit de, das Passiv (l’accès est réservé).
Interdit, défendu und prohibé heißen alle verboten, gehören aber in verschiedene Register: interdit ist das gewöhnliche Wort, auf dem Schild wie in der Vorschrift; défendu ist milder und alltäglich — so spricht man mit Kindern; prohibé ist förmlich, das Wort der Juristen und des Zolls.
Eine Erlaubnis sagt autorisé oder toléré — und toléré heißt: eigentlich nicht, aber man drückt ein Auge zu.
Ein Gebot ohne Spielraum heißt obligatoire; eines, das man erfüllen sollte, recommandé. Der Unterschied steht auf jedem Beipackzettel.
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