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Die französischen Zeiten

Es sind zwölf, und sie sind kein Haufen von Einzelfällen: drei Zeitstufen mal vier Betrachtungsweisen. Wer das Raster einmal gesehen hat, muss nicht mehr zwölf Formen auswendig können, sondern zwei Fragen beantworten.

Zwei Fragen statt zwölf Formen

Jede französische Zeitform beantwortet zwei Fragen gleichzeitig, und genau deshalb sind es so viele:

  1. Wann? Gegenwart, Vergangenheit oder Zukunft. Das sind die drei Zeilen der Tabelle unten.

  2. Wie betrachtet? Als abgeschlossene Tatsache, als etwas, das gerade läuft, als etwas, das vorher schon fertig war, oder als etwas, das vorher schon eine Weile lief. Das sind die vier Spalten.

Drei mal vier ist zwölf. Das ist die ganze Systematik — und der Grund, warum die französischen Zeiten aus deutscher Sicht so zahlreich wirken: Das Deutsche unterscheidet die zweite Frage kaum. Ich arbeite heißt sowohl I work als auch I am working, und welches von beiden gemeint ist, verrät im Deutschen höchstens ein gerade.

Wann welche gilt

Die Tabelle darunter sagt, wie viele es gibt und wie sie zusammenhängen. Sie sagt nicht, wann man welche nimmt — und das ist die Frage, die beim Schreiben ansteht. Eine Achse von der Vergangenheit über das Jetzt in die Zukunft, und je Zeit das, was sie darauf belegt: ein Punkt, eine Strecke, eine Strecke bis zu einem Punkt, oder ein Band über alles.

ZeitstufeeinfachVerlaufabgeschlossenabgeschlossen im Verlauf
GegenwartSimple PresentI workPresent ProgressiveI am workingPresent PerfectI have workedPresent Perfect ProgressiveI have been working
VergangenheitSimple PastI workedPast ProgressiveI was workingPast PerfectI had workedPast Perfect ProgressiveI had been working
Zukunftwill-FutureI will workFuture ProgressiveI will be workingFuture PerfectI will have workedFuture Perfect ProgressiveI will have been working

Jedes Feld führt zu seiner eigenen Seite mit Erklärung, Formtabelle, Beispielsätzen und Übungen. Die zwölfte Form steht der Vollständigkeit halber da — sie ist die seltenste im Französischen und hat deshalb keine eigene Seite; wer sie braucht, setzt sie aus Future Perfect und Verlaufsform zusammen.

Die typisch deutsche Falle

Zwei Fehler machen zusammen mehr aus als alle anderen. Der erste: Present Perfect für ein abgeschlossenes Datum. Im Deutschen ist ich habe ihn gestern gesehen völlig richtig; im Französischen schließen sich have seen und yesterday aus.

Falsch: I have seen him yesterday.
Richtig: I saw him yesterday.

Der zweite: Präsens für die Zukunft. Ich rufe dich morgen an wird nicht zu I call you tomorrow. Das Französische verlangt eine Zukunftsform — welche, entscheidet, ob es abgemacht ist oder gerade beschlossen wurde.

Welche Zeit wann?

Die Tabelle sagt, welche es gibt. Welche man nimmt, ist eine andere Frage, und die vier häufigsten Entscheidungen haben eigene Seiten, weil sie sich nicht in einem Satz beantworten lassen: einfach oder Verlauf, Present Perfect oder Simple Past, welche Zukunftsform, und was mit den Verben ist, die gar keine Verlaufsform haben.

Alle 5 Themen zu Zeit und Zukunft

Die Zeiten üben

Aufgaben aus allen Themen zu Zeit und Zukunft, gemischt. Genau das ist die Schwierigkeit: Eine Form zu bilden, wenn danebensteht, welche gemeint ist, kann fast jeder.