Polnische Grammatik von A bis Z
87 Themen in 17 Bereichen. Jedes hat eine Stufe, eine Erklärung auf Deutsch, Beispielsätze mit Übersetzung, die typische Falle für alle, die Deutsch sprechen, und eigene Übungen.
Als Lernpfad, durchnummeriertAls Karte: die Zeitformen auf einer Zeitleiste
Laute, erste Sätze und Zahlen
19 Themen · A1–B1Alphabet, Zischlaute und Nasale, die Betonung, sein, das ist, Fragen, Verneinung, Zahlen, Uhrzeit und Datum.
Nomen, Fälle, Pronomen, Adjektive
28 Themen · A1–B1Genus und Plural, die sieben Fälle, der Genitiv nach der Verneinung, die Formen für Sie, sein eigenes und Steigerung.
Die Fälle11
- Die sieben Fälle im ÜberblickA1
- Der Akkusativ: kawę, brata, domA1
- Der Instrumental: z mamą, jestem lekarzemA1
- Der Lokativ: w domu, w Krakowie, o mamieA1
- Der Genitiv: dom Piotra, szklanka wodyA1
- Genitiv nach der Verneinung: nie mam czasuA2
- Der Dativ: bratu, mamie, dzieckuA2
- Der Vokativ: Piotrze! Aniu! Panie doktorze!A2
- Die Fälle im Plural: -om, -ami, -achA2
- Der Genitiv Plural: pięć kotów, dużo książekB1
- Welcher Fall nach welchem VerbB1
Präpositionen und ihr Fall
4 Themen · A1–B1Wo und wohin, die Präpositionen mit Genitiv, Zeitangaben und die Präpositionen mit zwei Fällen.
Gegenwart, Vergangenheit, Zukunft
10 Themen · A1–B1Die drei Endungsreihen der Gegenwart, die unregelmäßigen Verben, die Vergangenheit mit dem Geschlecht und die Zukunft.
Rund ums Verb: Aspekt, Modus, Bewegung
17 Themen · A1–B1Vollendet und unvollendet, Befehle und Bitten, wenn und damit, müssen und können, gehen und fahren.
Satzbau: verbinden und berichten
7 Themen · A1–B1Und, aber, weil, dass, ob, wenn, die indirekte Rede, Partizipien und das Verbalnomen.
Sätze verbinden7
- Und, aber, oder: i, a, ale, alboA1
- Gründe und Folgen: bo, ponieważ, więc, dlategoA2
- Dass und ob: że, czy und Fragewörter im NebensatzA2
- Wenn ist nicht gleich wenn: kiedy, gdy, jeśli, jeżeliA2
- Was jemand gesagt hat: indirekte Rede mit że, czy, żebyB1
- Partizipien und Passiv: czytający, czytając, napisanyB1
- Aus dem Verb ein Nomen: czytanie, pisanie, jedzenieB1
Feinschliff: Verkleinerung und Partikeln
2 Themen · B1Die liebevollen Verkleinerungen und die kleinen Wörter, die einem Satz seinen Ton geben.
Laute, erste Sätze und Zahlen
Alphabet und Aussprache
7 ThemenPolnisch sieht beim ersten Blick schwerer aus, als es ist. Die Schrift ist fast lautgetreu: Wer die Regeln kennt, kann jedes Wort vorlesen, das er zum ersten Mal sieht. Fremd sind nicht die Buchstaben, sondern ihre Verbindungen — sz, cz, rz — und die kleinen Zeichen über und unter ihnen, die aus einem Buchstaben einen anderen machen. Vieles kennst du dagegen schon: Die Betonung liegt fast immer an derselben Stelle, und das Polnische macht am Wortende stimmlos, was stimmhaft geschrieben ist — genau wie das Deutsche bei „Hund“ und „Rad“.
Der einfache Satz
6 ThemenEin polnischer Satz ist in vielem einfacher als ein deutscher: Das Verb muss nicht an zweiter Stelle stehen und wandert im Nebensatz nicht ans Ende, eine Frage wird nicht umgestellt, und das Pronomen fällt meist weg, weil die Endung des Verbs die Person schon nennt. Mieszkam w Berlinie heißt „ich wohne in Berlin“. Dafür trägt das Polnische vieles am Wortende, was das Deutsche mit Artikeln und Stellung sagt. Dieser Bereich zeigt die Grundbausteine: być (sein), to jest (das ist), czy für Fragen und nie für die Verneinung.
Zahlen, Uhrzeit, Datum
6 ThemenPolnische Zahlen sind mehr als Wörter zum Zählen. Eins und zwei richten sich nach dem Geschlecht (jedna kawa, dwie kawy), und die Zahl bestimmt den Fall des Nomens dahinter: dwa koty, aber pięć kotów. Für Gruppen mit Männern gibt es eigene Formen (pięciu studentów), für Kinder Sammelzahlen (dwoje dzieci). Uhrzeit und Datum nehmen Ordnungszahlen: o ósmej — um acht, siedemnastego października — am 17. Oktober.
Nomen, Fälle, Pronomen, Adjektive
Das Nomen
5 ThemenDas polnische Nomen hat drei Geschlechter wie das deutsche, aber keinen Artikel, der es dir verrät. Dafür sagt es dir die Endung: dom ist maskulin, kawa feminin, okno Neutrum — und oft anders als im Deutschen. Was „der“, „die“, „ein“ im Deutschen leisten, übernehmen im Polnischen die Wortstellung und der Zusammenhang. Zwei Unterscheidungen sind neu: Ob ein maskulines Nomen etwas Lebendiges bezeichnet, ändert seinen Akkusativ, und ob eine Gruppe Männer enthält, ändert den Plural.
Die Fälle
11 ThemenDas Polnische hat keinen Artikel — und trotzdem weißt du in jedem Satz, wer wem was gibt. Die Arbeit, die im Deutschen „der, den, dem“ leisten, machen hier die Endungen am Nomen: mama, mamy, mamie, mamę, mamą, mamo. Sieben Fälle klingen nach viel. Vier davon kennst du aus dem Deutschen, und die Endungen wiederholen sich stärker, als die Tabellen vermuten lassen. Fang mit den Fällen an, die du in der ersten Woche brauchst: Akkusativ für das, was du kaufst und trinkst, Lokativ für den Ort, an dem du bist, Instrumental für „mit“ und für deinen Beruf, Genitiv für „aus“, „nach“ und „ohne“.
Pronomen
8 ThemenDie polnischen Pronomen sind dir näher, als sie aussehen. Es gibt ein „ich“, ein „du“, ein „er“ und ein „sie“, und sie werden gebeugt wie im Deutschen „ich, mich, mir“. Drei Dinge sind neu. Das Subjektpronomen fällt meistens weg, weil die Verbendung schon sagt, wer handelt. Das höfliche „Sie“ ist kein Pronomen, sondern ein Nomen: pan „der Herr“, pani „die Frau“. Und für das, was dem Subjekt selbst gehört, hat das Polnische ein eigenes Wort, swój, wo das Deutsche zweideutig bleibt.
Adjektive und Adverbien
4 ThemenDas polnische Adjektiv folgt seinem Nomen überallhin: in das Geschlecht, in die Zahl und in jeden der sieben Fälle. Das klingt nach viel, ist aber das Regelmäßigste an der ganzen Deklination — ein Adjektiv hat weniger Endungen als ein Nomen, und fast alle Adjektive haben dieselben. Neu für Deutschsprachige sind drei Dinge: Auch nach „sein“ wird angeglichen (szkoła jest nowa), Gruppen mit Männern haben im Plural eine eigene Form (nowi koledzy), und das Adverb hat eine eigene Endung, wo das Deutsche einfach das Adjektiv nimmt (mówi szybko).
Präpositionen und ihr Fall
Präpositionen
4 ThemenJede polnische Präposition verlangt einen bestimmten Fall, und weil es keinen Artikel gibt, siehst du diesen Fall am Nomen selbst: w domu, do domu, przed domem. Vieles kennst du aus dem Deutschen, wo „in der Stadt“ und „in die Stadt“ ebenfalls verschiedene Fälle haben. Neu ist, dass das Polnische für „wo?“, „wohin?“ und „woher?“ oft drei verschiedene Präpositionen nimmt, wo das Deutsche nur den Fall wechselt — und dass die häufigsten Präpositionen den Genitiv verlangen.
Gegenwart, Vergangenheit, Zukunft
Die Gegenwart
5 ThemenDie polnische Gegenwart hat sechs Formen, eine je Person, und jede klingt anders. Deshalb brauchst du das Pronomen meist nicht: czytam ist schon „ich lese“. Fast alle Verben folgen einem von drei Mustern, die nach ihren ersten beiden Formen heißen: -am/-asz, -ę/-isz und -ę/-esz. Der Infinitiv verrät dir das Muster leider nicht — darum lernst du jedes Verb mit den Formen für „ich“ und „du“. Eine Verlaufsform wie im Englischen gibt es nicht: czytam heißt auch „ich lese gerade“.
Die Vergangenheit
4 ThemenFür die Vergangenheit hat das Polnische nur eine Zeitform, wo das Deutsche zwischen „ich machte“, „ich habe gemacht“ und „ich hatte gemacht“ wählt. Dafür sagt die polnische Form etwas, was die deutsche nie sagt: ob ein Mann oder eine Frau spricht. Piotr sagt byłem, Ania sagt byłam. Den Rest — ob eine Handlung fertig wurde oder nur lief — erledigt der Aspekt, den du schon kennst. Wer das kleine -ł- erkannt hat, erkennt jede Vergangenheit.
Die Zukunft
1 ThemenDas Polnische hat zwei Wege in die Zukunft, und welcher gilt, entscheidet das Verb selbst. Unvollendete Verben bilden sie mit będę, ganz ähnlich wie das Deutsche mit „werden“: będę czytać — ich werde lesen. Vollendete Verben brauchen nichts: Ihre Formen, die wie eine Gegenwart aussehen, bedeuten schon Zukunft — przeczytam, ich werde (zu Ende) lesen. Und wie im Deutschen sagt die einfache Gegenwart oft genug: Jutro jadę do Krakowa.
Rund ums Verb: Aspekt, Modus, Bewegung
Der Aspekt
4 ThemenIm Deutschen hast du ein Verb „machen“ und sagst mit anderen Wörtern, ob du gerade dabei bist oder schon fertig. Das Polnische legt diesen Unterschied in das Verb selbst: robić heißt „machen, dabei sein“, zrobić heißt „machen und fertig werden“. Fast jedes Verb hat so einen Partner. Das klingt nach doppelt so viel Vokabeln — in Wahrheit ist es eine Frage, die du dir bei jedem Satz stellst: Geht es um den Vorgang oder um das Ergebnis? Wer diese Frage stellen kann, hat das Schwerste am polnischen Verb schon hinter sich.
Befehl, Bitte und Bedingung
5 ThemenWer auf Polnisch nur Aussagen machen kann, klingt schnell barsch oder steif. In diesem Bereich lernst du die Formen, mit denen du jemanden zu etwas bringst und über das sprichst, was nicht wirklich ist: die Befehlsform (Zamknij okno!), die höfliche Bitte (Proszę usiąść, Niech pan wejdzie), den Konditional für Wünsche (Chciałabym kawę) und die Sätze mit gdyby und żeby. Ein kleines Wort zieht sich durch alles: by. Es macht aus einer Vergangenheitsform einen Wunsch, eine Vorstellung oder ein Ziel.
Müssen, können, mögen
4 ThemenMit den Modalverben kommst du in der ersten Woche weiter, als du denkst: Muszę iść „ich muss gehen“, Czy mogę zapłacić kartą? „Kann ich mit Karte zahlen?“, Lubię pływać „ich schwimme gern“. Das Muster ist dasselbe wie im Deutschen: ein gebeugtes Verb und ein Infinitiv — nur dass der Infinitiv nicht ans Satzende wandern muss. Dazu kommen ein paar Wörter, die sich gar nicht beugen, wie trzeba „man muss“ und można „man kann“, und das eigenwillige powinien „sollte“, das wie ein Adjektiv aussieht.
Bewegungsverben
4 ThemenWo das Deutsche „gehen“ und „fahren“ sagt, braucht das Polnische je zwei unvollendete Verben: eines für einen Weg in eine Richtung, jetzt oder fest geplant (iść, jechać), und eines für Gewohnheit, Hin und Her und Können (chodzić, jeździć). Ob du zu Fuß gehst oder fährst, sagt das Verb immer mit. Vorsilben geben dem Weg eine Richtung — przyjść (ankommen), wyjść (hinausgehen) — und machen das Verb vollendet. Und mit pójść und pojechać erzählst du, dass jemand losgegangen und noch nicht zurück ist.
Satzbau: verbinden und berichten
Sätze verbinden
7 ThemenPolnische Nebensätze sind für Deutschsprachige eine gute Nachricht: Das Verb wandert nie ans Ende. bo jestem chory steht da, wo das Deutsche „weil ich krank bin“ sagt. Neu ist dafür, dass das Polnische manche deutschen Wörter teilt: „und“ in i und a, „wenn“ in kiedy und jeśli. Für die indirekte Rede gibt es keinen Konjunktiv, und wo das Deutsche „zum Lesen“ sagt, steht ein Verbalnomen: do czytania.
Feinschliff: Verkleinerung und Partikeln
Feinschliff
2 ThemenWer die Formen beherrscht, klingt richtig — wer die kleinen Wörter beherrscht, klingt natürlich. Polnisch verkleinert viel häufiger als das Deutsche, und zwar nicht nur, was klein ist: kawka ist einfach ein freundlich bestellter Kaffee. Und Wörter wie już, jeszcze, chyba oder przecież sagen, was du erwartest, vermutest oder für selbstverständlich hältst.