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Türkische Grammatik von A bis Z

90 Themen in 16 Bereichen. Jedes hat eine Stufe, eine Erklärung auf Deutsch, Beispielsätze mit Übersetzung, die typische Falle für alle, die Deutsch sprechen, und eigene Übungen.

Als Lernpfad, durchnummeriertAls Karte: die Zeitformen auf einer Zeitleiste

Laute, Grundsatz und Zahlen

21 Themen · A1–B1

Alphabet und Aussprache, Vokalharmonie, „sein“ als Endung, es gibt, Fragen und Verneinung, Zahlen, Uhrzeit und Datum.

Nomen, Fälle, Pronomen und Adjektive

24 Themen · A1–B1

Kein Artikel, Plural und Possessiv, die sechs Fälle als Endungen, Pronomen, Vergleich und Adverbien.

Postpositionen

4 Themen · A1–B1

Auf, unter, neben, für, wie, bis, seit und trotz: die Wörter, die hinter dem Nomen stehen und oft einen Fall verlangen.

Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft

13 Themen · A1–B1

Die Gegenwart auf „-iyor“ und der Aorist, die gesehene und die gehörte Vergangenheit, die Vorvergangenheit und das Futur.

Modus und Verbformen

13 Themen · A1–B1

Befehl und Wunsch, müssen und können, wenn und hätte, Infinitiv, Kausativ, Passiv und Reflexiv.

Nebensätze und Satzverbindungen

13 Themen · A1–B1

Konverben und Partizipien statt Nebensätzen, und, aber, weil, dass und die wiedergegebene Rede.

Alltagsformeln und Partikeln

2 Themen · A1–B1

Die festen Sätze für jede Gelegenheit und die kleinen Wörter für sogar und dagegen.

Laute, Grundsatz und Zahlen

Alphabet und Aussprache

9 Themen

Türkisch wird so geschrieben, wie es gesprochen wird: ein Laut, ein Buchstabe, und jeder Buchstabe klingt immer gleich. Wer die neunundzwanzig Buchstaben kennt, kann jedes Wort vorlesen. Neu sind für dich vor allem ç, ş, ğ und das ı ohne Punkt; und vertraute Buchstaben wie c, z, v und y klingen anders als im Deutschen. Das eigentlich Neue ist aber nicht ein Laut, sondern ein Prinzip: Endungen passen sich dem Wort an. Aus ev wird evler, aus kitap wird kitaplar — die Vokalharmonie. Dazu kommen drei kleine Lautregeln an der Grenze zwischen Wort und Endung. Hast du sie einmal verstanden, begleiten sie dich durch die ganze Grammatik.

Der einfache Satz

8 Themen

Ein türkischer Satz ist gebaut wie ein deutscher Nebensatz: Das Verb steht am Ende. Ayşe çay içiyor heißt „Ayşe trinkt Tee“, wörtlich „Ayşe Tee trinkt“. Für „sein“ gibt es kein eigenes Verb, sondern eine Endung: öğretmenim „ich bin Lehrer“. Statt „haben“ sagst du, dass etwas vorhanden ist: arabam var „mein Auto ist da“. Eine Ja-Nein-Frage entsteht durch ein kleines Wort, mi, nicht durch eine andere Wortstellung, und verneint wird „sein“ mit değil. Mit diesen Bausteinen kannst du schon am ersten Tag einfache Sätze bilden.

Zahlen, Uhrzeit und Datum

4 Themen

Türkische Zahlen sind eine Erholung: Sie werden gesprochen, wie sie geschrieben werden. 23 heißt yirmi üç, „zwanzig drei“, und nicht „dreiundzwanzig“. Nach einer Zahl bleibt das Nomen im Singular: iki elma „zwei Äpfel“. Bei der Uhrzeit musst du umdenken — „halb vier“ heißt üç buçuk, „drei und eine halbe“ —, und die Fälle bekommen etwas zu tun: üçü çeyrek geçiyor, dörde çeyrek var, saat üçte. Das Datum kommt mit der Grundzahl aus: 17 Ekim 2026.

Nomen, Fälle, Pronomen und Adjektive

Nomen

6 Themen

Am türkischen Nomen fällt zuerst auf, was fehlt: Es hat kein Geschlecht und keinen bestimmten Artikel. ev ist „Haus“, „das Haus“ und „ein Haus“ zugleich. Was das Deutsche mit Artikeln, Präpositionen und „mein“ oder „dein“ vor das Nomen stellt, hängt das Türkische als Endung an: evler „Häuser“, evim „mein Haus“, Ali'nin evi „Alis Haus“. Jede dieser Endungen richtet sich nach dem Laut des Worts — nach der Vokalharmonie und nach dem letzten Buchstaben. Wer die Harmonie einmal im Ohr hat, bildet die Formen fast ohne Ausnahme richtig.

Die Fälle

9 Themen

Das Deutsche zeigt mit Artikeln und Präpositionen, was ein Nomen im Satz tut: „den Mann“, „in dem Haus“, „aus der Stadt“. Das Türkische hängt stattdessen eine Endung an: evi, evde, evden. Es gibt sechs Fälle, und vier davon brauchst du von der ersten Woche an — für wohin, wo, woher und für das bestimmte Objekt. Jede Endung hat mehrere Formen, weil sie sich nach dem Wort richtet: nach der Vokalharmonie, nach dem letzten Konsonanten und nach einem Vokal am Ende. Die Bedeutung bleibt dabei immer dieselbe.

Pronomen

6 Themen

Die türkischen Pronomen sind übersichtlicher als die deutschen. Für „er“, „sie“ und „es“ gibt es ein einziges Wort, o, und weil die Endung am Verb die Person schon nennt, fällt das Pronomen meistens ganz weg. Gebeugt werden die Pronomen wie Nomen, mit denselben Fallendungen und nur wenigen Eigenheiten: beni, bana, bende, benden. Dazu kommen die drei Zeigewörter bu, şu und o, die Anrede mit sen und siz, das vielseitige kendi und die Endung -ki, mit der aus „mein“ ein „meins“ wird.

Adjektive und Adverbien

3 Themen

Das türkische Adjektiv macht es dir leicht: Es steht vor dem Nomen und ändert sich nie. büyük ev, büyük evler, büyük evde — wo das Deutsche „großes, großen, großem“ verlangt, bleibt es bei büyük, und alle Endungen trägt das Nomen. Für „größer“ setzt du daha davor, für „am größten“ en, und das „als“ ist eine Endung am Vergleichswort. Als Adverb dient das Adjektiv meist unverändert; dazu kommen die Endung -ce, die Verdopplung (yavaş yavaş) und eine Verstärkung, die das Deutsche mit „knall-“ und „blitz-“ kennt: kıpkırmızı.

Postpositionen

Postpositionen

4 Themen

Das Deutsche sagt „für dich“, „nach dem Essen“, „auf dem Tisch“: Das kleine Wort steht vorn. Das Türkische stellt es nach hinten — senin için, yemekten sonra, masanın üstünde — und nennt es deshalb Postposition. Wie eine deutsche Präposition verlangt jede einen bestimmten Fall: için den Nominativ (bei Pronomen den Genitiv), sonra den Ablativ, göre den Dativ. Die Ortswörter wie „auf“ und „unter“ sind sogar Nomen und tragen selbst Endungen. Lern jede Postposition mit ihrem Fall, so wie du „trotz“ mit dem Genitiv gelernt hast.

Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft

Gegenwart: -iyor und Aorist

5 Themen

Das deutsche „ich trinke Tee“ kann heißen, dass du es gerade tust, und auch, dass du es immer tust. Das Türkische trennt das meist: Çay içiyorum. „Ich trinke (gerade) Tee“ — mit -iyor für das, was jetzt läuft. Çay içerim. „Ich trinke (immer, gewöhnlich) Tee“ — mit dem Aorist für Gewohnheiten, Tatsachen, Angebote und höfliche Bitten. Beide Zeiten sind regelmäßig: Stamm, Zeitendung, Personalendung. Beim Aorist musst du dir nur merken, welche Endung ein Stamm nimmt, und dreizehn kurze Verben, die aus der Reihe tanzen.

Vergangenheit

6 Themen

Das Deutsche hat Präteritum und Perfekt, und meistens ist es egal, welches du nimmst. Das Türkische trennt anders. Es fragt zuerst: Hast du es selbst erlebt, oder weißt du es nur vom Hörensagen? Ali geldi. heißt „Ali ist gekommen — ich habe es gesehen“, Ali gelmiş. „Ali ist gekommen, habe ich gehört“. Dazu kommen eine Form für das, was gerade lief (geliyordu), eine für das, was davor schon geschehen war (gelmişti), und eine für das, was früher immer so war (gelirdi). Alle fünf sind regelmäßig gebaut: Stamm, Zeitendung, Personalendung.

Zukunft: „-ecek“

2 Themen

Das Deutsche sagt die Zukunft oft gar nicht eigens („Morgen regnet es“) und sonst mit „werden“. Das Türkische hat dafür eine Endung, -ecek/-acak: Yarın yağmur yağacak. „Morgen wird es regnen.“ Sie ist ganz regelmäßig; aufpassen musst du nur auf das k, das zwischen zwei Vokalen weich wird (geleceğim), und auf das y nach einem Vokal (okuyacak). Hängst du die Vergangenheit an, wird daraus die Zukunft von gestern: gelecektim „ich wollte kommen“ — ein Plan, der nicht aufgegangen ist.

Modus und Verbformen

Befehl, Wunsch und Bedingung

6 Themen

Das Deutsche braucht für vieles, was kein einfacher Bericht ist, eigene Wörter: „lass uns“, „soll ich“, „du solltest“, „wenn“, „hätte ich doch“. Das Türkische hängt auch das als Endung an den Verbstamm. Gel! ist der Befehl, Gidelim! der Vorschlag, Gitmelisin. der Rat, Gelirsen … die Bedingung, Keşke gelseydin! das Bedauern. Wer die Endungen kennt, braucht für diese Bedeutungen kaum ein Hilfswort — und muss umgekehrt lernen, das deutsche Hilfswort nicht wörtlich zu übersetzen.

Verbformen

7 Themen

Ein türkisches Verb wächst nicht nur nach hinten mit Zeit und Person, sondern auch in der Mitte. Zwischen Stamm und Zeit können Stücke treten, die im Deutschen eigene Wörter sind: -ebil- für „können“ (yapabilirim), -dir- für „lassen“ (yaptırdım), -il- für „werden“ (yapıldı), -in- und -iş- für „sich“ und „einander“ (yıkandım, tanıştık). Dazu kommt der Infinitiv auf -mek, der sich wie ein Nomen beugen lässt, und die Wörter lazım und gerek für „man braucht, man muss“. Jedes dieser Stücke folgt der Vokalharmonie wie jede andere Endung.

Nebensätze und Satzverbindungen

Nebensätze: Konverben und Partizipien

8 Themen

Das Deutsche baut einen Nebensatz mit einem eigenen Wort: „als“, „während“, „bevor“, „der“, „dass“. Das Türkische hat dafür fast nie ein Wort, sondern eine Endung am Verb, und das Verb steht wie immer am Ende des Nebensatzes. Aus gelmek wird gelip „und dann“, gelince „als“, gelirken „während“, gelmeden önce „bevor“, gelen „der kommt“ und geldiğini „dass er kommt“. Der Nebensatz steht vor dem Hauptsatz und trägt meist weder Zeit noch Person — die sagt das letzte Verb. Wenn du den deutschen Nebensatz rückwärts liest, hast du oft schon die türkische Reihenfolge.

Sätze verbinden

5 Themen

Nicht jeder Nebensatz braucht eine Endung. Für „und“, „aber“ und „oder“ hat das Türkische Wörter wie das Deutsche: ve, ama, ya da. „Auch“ ist ein kleines Wort, das hinter dem steht, was es meint: ben de „ich auch“. Für „weil“ gibt es çünkü, für „dass“ ki — beide stellen die Sätze so wie im Deutschen. Und was jemand gesagt hat, gibst du mit dedi oder diye wieder, ohne es umzubauen: Mehmet „Yoruldum“ dedi. „Mehmet sagte: Ich bin müde.“

Alltagsformeln und Partikeln

Ausdrücke und Partikeln

2 Themen

Für viele Lagen des Alltags hat das Türkische eine feste Formel, und wer sie weglässt, klingt kühl. Wer arbeitet, hört Kolay gelsin, wer krank ist, Geçmiş olsun, wer gekocht hat, Elinize sağlık. Die meisten Formeln sind Wünsche mit olsun „es möge sein“. Dazu kommen zwei Partikeln, die einen Satz zuspitzen: bile „sogar, nicht einmal“ und ise „… dagegen“.