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Türkische Verben

Ein türkisches Verb ist ein Stamm mit Endungen, und die Endungen folgen fast ausnahmslos Regeln. Was man einem Verb nicht ansieht, sind zwei Dinge: welchen Aorist es hat und ob sein Stamm vor einem Vokal weich wird. Genau die stehen hier bei jedem Verb.

Ein Stamm, viele Endungen

Im Wörterbuch steht jedes Verb mit -mek oder -mak: gelmek „kommen“, yapmak „machen“. Ohne diese Endung bleibt der Stamm — gel-, yap- —, und an ihn wird alles gehängt: die Zeit, die Verneinung, die Frage, die Person. Jede Endung kommt in zwei oder vier Formen vor, und der letzte Vokal des Stamms entscheidet, welche. In der Gegenwart auf -iyor sieht das so aus:

Persongelmekyapmakokumak
bengeliyorumyapıyorumokuyorum
sengeliyorsunyapıyorsunokuyorsun
ogeliyoryapıyorokuyor
bizgeliyoruzyapıyoruzokuyoruz
sizgeliyorsunuzyapıyorsunuzokuyorsunuz
onlargeliyorlaryapıyorlarokuyorlar

Das -iyor selbst ändert sich nie; nur sein erster Vokal folgt dem Stamm: geliyor, yapıyor, okuyor, görüyor. Bei den 406 Verben dieser Seite steht deshalb nicht die ganze Tafel, sondern das, was man nicht ableiten kann: der Aorist (gelir, yapar) und die Gegenwart, wenn der Stamm vor dem Vokal weich wird (gitmek → gidiyor).

Die typisch deutsche Falle

Das Verb steht am Ende des Satzes — nicht an zweiter Stelle wie im Deutschen. Wer vom Deutschen aus baut, setzt es gleich hinter das Subjekt und hängt den Rest danach an.

Falsch: Ben öğreniyorum Türkçe.
Richtig: Türkçe öğreniyorum.

Die Gegenprobe: Steht nach dem Verb noch ein Wort, gehört es fast immer davor. Und das ben darf fehlen — die Endung -um sagt schon, wer lernt.

Die zweite Falle: der Aorist der dreizehn

Ein einsilbiger Stamm auf einen Konsonanten nimmt im Aorist -ar oder -er: yapar, içer, sever. Dreizehn häufige Verben halten sich nicht daran und nehmen -ir, -ır, -ur oder -ür — darunter gelir, alır, bilir, olur und görür. Wer nach der Regel geler sagt, wird verstanden und klingt trotzdem falsch. Diese dreizehn lernt man einzeln; sie stehen unten in einer eigenen Gruppe.

Wo es weitergeht

Wie ein Verb seine Formen bildet, steht oben. Wann man welche Zeit nimmt — -iyor oder Aorist, -di oder -miş —, ist die Frage nach den Zeiten, und die hat eine eigene Seite. Diese hier hört bewusst auf, bevor sie eine schlechte Kopie davon wird.

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