N4 · Sätze verbinden · ca. 7 Minuten
Ein Satz vor einem Nomen
der Satz, der ein Nomen beschreibt (Relativsatz)
Das Japanische hat kein „der“, „die“, „das“, „was“ oder „wo“ als Relativwort: Ein Satz in der einfachen Form steht einfach vor dem Nomen, das er beschreibt.
Kennst du das schon?
„Neu für mich“: erst die Erklärung, dann üben. „Ich teste mich“: 3 kurze Fragen – mit mindestens zwei richtigen geht es gleich zu den schweren Übungen.
Diese Wörter brauchst du6
Sie kommen in den Beispielen und Übungen dieses Themas vor und sind im Lernpfad hier neu.
- 生まれるgeboren werden
- あそこdort drüben
- 祖母Großmutter (meine eigene)
- 言葉Wort; Sprache
- カレーCurry (mit Reis)
- パン屋Bäckerei; Bäcker
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Verstehen
MerksatzDer Satz kommt vor das Nomen, endet in der einfachen Form, und sein Subjekt bekommt が.
- Signalwörter
- 〜た本
- 〜ている人
- 〜ない人
- 〜た日
- 〜な人
- 〜の兄
Die Form
Die Muster auf einen Blick
In jeder Zeile steht zuerst, wann oder wofür man das Muster braucht, dann ein Beispiel auf Japanisch.
| das Buch, das ich gestern gekauft habe (Vergangenheit) | 昨日買った本 |
| die Person, die Zeitung liest (ている) | 新聞を読んでいる人 |
| ein Wort, das ich nicht verstehe (Verneinung) | 分からない言葉 |
| die Stadt, in der ich wohne (Subjekt mit が) | 私が住んでいる町 |
| ein ruhiges Zimmer (na-Adjektiv) | 静かな部屋 |
| mein Bruder, der Arzt ist (Nomen) | 医者の兄 |
| mein Vater, der Lehrer war (Nomen, Vergangenheit) | 先生だった父 |
Die Regeln im Einzelnen
Die Form dieses ThemasDas Wort, das sie verlangt
Der Satz steht vor dem Nomen und endet in der einfachen Form, nie in ます.
駅で会った人は田中さんです。Die Person, die ich am Bahnhof getroffen habe, ist Herr Tanaka.
Das Subjekt im Satz bekommt が (oder の), nicht は.
母が作ったケーキはおいしいです。Der Kuchen, den meine Mutter gebacken hat, ist lecker.
Es gibt kein Wort für „der“, „dem“, „wo“ oder „wann“: Die Rolle des Nomens ergibt sich aus dem Satz.
私が生まれた町は小さいです。Die Stadt, in der ich geboren bin, ist klein.
Vor einem Nomen nimmt ein na-Adjektiv な, und ein Nomen im Präsens nimmt の statt だ.
料理が上手な人を知っていますか。Kennst du jemanden, der gut kochen kann?
Die Zeitform im Satz ist seine eigene, nicht die des Hauptsatzes.
明日来る人は三人です。Die Leute, die morgen kommen, sind drei.
Beispielsätze
先週見た映画はとても面白かったです。Der Film, den ich letzte Woche gesehen habe, war sehr schön.
あそこで新聞を読んでいる人は私の父です。Der Mann, der dort drüben Zeitung liest, ist mein Vater.
日本語が話せる人を探しています。Wir suchen jemanden, der Japanisch sprechen kann.
Noch 10 Beispielsätze
これは祖母がくれた時計です。Das ist die Uhr, die meine Großmutter mir geschenkt hat.
駅の近くにある店でパンを買いました。Ich habe das Brot in einem Laden in der Nähe des Bahnhofs gekauft.
分からない言葉があったら、聞いてください。Wenn es ein Wort gibt, das ihr nicht versteht, fragt einfach.
父が撮った写真を見せましょうか。Soll ich dir die Fotos zeigen, die mein Vater gemacht hat?
毎朝乗る電車はいつも混んでいます。Der Zug, den ich jeden Morgen nehme, ist immer voll.
眼鏡をかけている人が山田さんです。Die Person mit der Brille ist Frau Yamada.
誰も知らない店を見つけました。Ich habe ein Lokal gefunden, das niemand kennt.
去年住んでいたアパートは駅から遠かったです。Die Wohnung, in der ich letztes Jahr gewohnt habe, war weit vom Bahnhof entfernt.
一緒に行く人はいますか。Gibt es jemanden, der mit dir kommt?
先生に借りた辞書を返さなければなりません。Ich muss das Wörterbuch zurückgeben, das mir mein Lehrer geliehen hat.
Die typisch deutsche Falle
Aufgepasst
Der Satz handelt vom Buch, also ist das Buch das Thema und bekommt は? Nein. „Ich“ gehört zum Satz, der das Buch beschreibt, und das Subjekt eines solchen Satzes bekommt が. Zwei は hintereinander lassen den Hörer zwei getrennte Aussagen erwarten, und dann findet er nur ein Verb. Dazu kommt eine deutsche Falle: Wer „das Buch, das ich gekauft habe“ Wort für Wort umsetzt, sucht nach einem Wort für „das“ — es gibt keines.
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Zum Aufwärmen: 2 Fragen, gleich aufgelöst. Sie zählen nicht für deinen Lernstand.
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Ausführlich erklärt
Ganze Erklärung lesen · ca. 1 Min.
Das Deutsche beschreibt ein Nomen mit einem Satz, der dahinter kommt und mit „der“, „die“, „das“, „was“, „wo“ oder „wann“ beginnt, durch Komma abgetrennt: „das Buch, das ich gestern gekauft habe“. Das Japanische stellt den ganzen Satz vor das Nomen und braucht kein Verbindungswort: 昨日買った本. Der Satz steht genau dort, wo sonst ein Adjektiv steht, und in gewissem Sinn ist er eines — 高い本 und 昨日買った本 sind gleich gebaut.
Das Verb am Ende dieses Satzes steht in der einfachen Form: Wörterbuchform, ない, た, なかった, ている. Das höfliche ます gehört nicht hinein, denn die Höflichkeit gehört zum ganzen Satz und zeigt sich nur einmal, am letzten Verb. Ein i-Adjektiv bleibt, wie es ist, ein na-Adjektiv nimmt な, ein Nomen nimmt の: 医者の兄 ist „mein Bruder, der Arzt ist“.
Innerhalb des Satzes wird das Subjekt mit が markiert, nicht mit は: 母が作った料理, „das Gericht, das meine Mutter gekocht hat“. は markiert das Thema des ganzen Satzes und kann nicht in einem Satz stehen, der nur ein Nomen beschreibt. Das ist hier der häufigste Fehler, weil „meine Mutter“ nach einem Thema aussieht.
Nichts sagt dir, welche Rolle das Nomen in seinem Satz spielt — Subjekt, Objekt, Ort oder Zeit. 私が住んでいる町 ist „die Stadt, in der ich wohne“, 友達に会った日 ist „der Tag, an dem ich meinen Freund getroffen habe“, und der Zuhörer erschließt den Zusammenhang aus dem Sinn. Das ist praktisch selten mehrdeutig und erspart dem Japanischen die ganze Reihe von „der“, „dem“, „in dem“, „dessen“ und „wo“, ohne die das Deutsche nicht auskommt — samt den Fällen, die sie verlangen.
Genauer hingesehen
Eine lange Nominalgruppe von hinten lesen
Weil jede Beschreibung davor steht, kann das Japanische sie stapeln: 駅の前に新しくできたパン屋 ist „die Bäckerei, die vor Kurzem vor dem Bahnhof aufgemacht hat“. Wer von links nach rechts liest, trifft zuerst den Bahnhof und hat noch keine Ahnung, wovon der Satz handelt. Das kennst du vom langen deutschen Partizipialattribut („die vor Kurzem vor dem Bahnhof eröffnete Bäckerei“) — nur dass das Japanische es durchgehend so macht.
Die praktische Gewohnheit: Lies so eine Gruppe zweimal. Beim ersten Mal suchst du das Nomen am Ende — von ihm ist die Rede. Beim zweiten Mal liest du den Satz als Auskunft über dieses Nomen. Ein einfaches Verb, direkt gefolgt von einem Nomen, ist ein starkes Signal: Dieses Verb gehört mit größter Wahrscheinlichkeit zu diesem Nomen und nicht zum Hauptsatz.
Ausnahmen und Sonderfälle1
Ausnahme
Wenn der Satz auf ein Nomen oder ein na-Adjektiv im Präsens endet
dann das だ, das einen normalen Satz abschließen würde, wird hinter einem Nomen zu の und hinter einem na-Adjektiv zu な; in der Vergangenheit bleibt だった.
歌手の姉と、歌手だった母がいます。Ich habe eine ältere Schwester, die Sängerin ist, und eine Mutter, die es früher war.
Warum? だ kann nicht direkt vor einem Nomen stehen. In der förmlichen Schriftsprache ist auch である möglich: 医者である兄.
Besonderheiten2
Besonderheit
が kann in einem kurzen Satz zu の werden
In einem kurzen Satz, der ein Nomen beschreibt, kann das Subjekt mit の statt が markiert werden: 母の作った料理 bedeutet dasselbe wie 母が作った料理. Es klingt etwas weicher und schriftlicher. Das geht nur innerhalb eines solchen Satzes; am Anfang eines normalen Satzes kann の kein Subjekt markieren.
友達の住んでいる町は海の近くです。Die Stadt, in der mein Freund wohnt, liegt nahe am Meer.
Besonderheit
Sätze, in denen das Nomen keine Rolle spielt
Das Japanische stellt einen Satz auch dann vor ein Nomen, wenn das Nomen gar nicht Teil des Satzes ist, sondern nur damit zusammenhängt: 魚を焼くにおい ist „der Geruch von gegrilltem Fisch“, obwohl niemand den Geruch grillt. Das Deutsche braucht ein „von“ oder einen längeren Satz; das Japanische benutzt das gewohnte Muster.
隣の部屋からピアノを弾く音が聞こえます。Aus dem Nebenzimmer hört man jemanden Klavier spielen.