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Portugiesische Verben

Ein portugiesisches Verb zeigt an seiner Endung, wer handelt: „falo“ heißt schon „ich spreche“, „falas“ „du sprichst“. Das Pronomen fällt deshalb oft weg, und die Endungen tragen den Satz.

Drei Gruppen, fünf Formen im Alltag

Jedes portugiesische Verb endet in der Grundform auf -ar, -er oder -ir. Die Gruppe entscheidet über die Endungen, der Stamm bleibt bei den regelmäßigen Verben gleich. In der Gegenwart:

Person-ar-er-ir
Grundformfalarcomerpartir
eufalocomoparto
tufalascomespartes
ele, ela, vocêfalacomeparte
nósfalamoscomemospartimos
eles, elas, vocêsfalamcomempartem

Die Form für vós (falais) steht in jeder Grammatik, im Alltag aber kaum noch: Mehrere Leute spricht man mit vocês an, und das Verb steht dann in der dritten Person Mehrzahl. Bei den 126 unregelmäßigen Verben ändert sich der Stamm, und gerade die häufigsten gehören dazu: ser, estar, ter, ir, fazer. Deshalb muss man sie einzeln können.

Die typisch deutsche Falle

Beim Alter sagt das Deutsche „sein“, das Portugiesische „haben“: ter. Ebenso bei der Kälte, wo das Deutsche „mir ist kalt“ sagt: tenho frio.

Falsch: Sou vinte anos.
Richtig: Tenho vinte anos.

Die Gegenprobe: Steht im deutschen Satz „ich bin … Jahre alt“ oder „mir ist kalt“, heißt es im Portugiesischen ter. Bei Hunger und Durst ist es wie im Deutschen: tenho fome, tenho sede.

Die zweite Falle: Was gerade passiert

Das Deutsche sagt „gerade“, das Portugiesische hat dafür eine eigene Form: estar a und die Grundform. O que fazes? fragt, was jemand beruflich oder gewöhnlich tut; O que estás a fazer? fragt, was er in diesem Augenblick tut. In Brasilien steht dafür das Gerundium — estou fazendo statt estou a fazer; diese Seite folgt der Norm Portugals.

Wo es weitergeht

Wie ein Verb seine Formen bildet, steht oben. Wann man welche Zeit nimmt — Pretérito perfeito oder Imperfeito, Indikativ oder Konjunktiv —, ist die Frage nach den Zeiten, und die hat eine eigene Seite. Diese hier hört bewusst auf, bevor sie eine schlechte Kopie davon wird.

Die 126 unregelmäßigen Verben Die portugiesischen Zeiten

Die 31 Grammatikthemen rund um das Verb

Jedes mit Erklärung, Formtabelle, Beispielsätzen und eigenen Übungen.

A1Nahe Zukunft: vou fazerZwei Wörter, und man ist fertig.B1Das futuro simplesEndungen an die ganze Grundform — und drei Ausnahmen.B1Das condicionalDieselbe Bauart wie die Zukunft, andere Endungen.B2Futuro als VermutungSie sagt nicht, wann, sondern wie sicher.C1Pronomen im Futuro: dar-lhe-eiEs gibt sie in keiner anderen Sprache dieser Seite.A2Das Presente für die ZukunftIm Gespräch ist das Presente die häufigste Zukunftsform — und das Futuro fast eine Rarität.B1Welche Zukunftsform wann?Drei Formen, und die Wahl sagt, wie nah und wie sicher etwas ist.B1Zukunft nach quando und seDie Form, die keine Nachbarsprache hat: eine Zukunft im Konjunktiv.B2Das Futuro compostoEine Zukunft, die schon abgeschlossen ist, bevor die andere beginnt — und die häufigere Vermutung über gestern.A1Können und wollen: poder, quererDie beiden häufigsten, beide unregelmäßig.A2Müssen: ter de, dever, precisarNotwendigkeit, Pflicht und Bedürfnis — drei Fügungen.A2Wissen und kennen: saber, conhecerEtwas gelernt haben, oder jemandem begegnet sein.B2Modalverben in der VergangenheitPerfeito und Imperfeito sagen hier Verschiedenes.B1Nicht müssen und nicht dürfenZwei deutsche Sätze, die fast gleich klingen, und zwei portugiesische, die einander widersprechen.B1dever für eine VermutungDasselbe Verb, das die Pflicht trägt, trägt auch den Verdacht.A2Höflich bitten und fragenDas Portugiesische bittet im Imperfekt — und das ist keine Vergangenheit.B1Raten und empfehlenDrei Abstufungen zwischen einem Tipp und einer Warnung.C1Vorschriften und SchilderWie ein Schild, ein Formular und eine Hausordnung müssen und dürfen sagen — ohne Modalverb.B1Das Passiv mit serDas Partizip gleicht sich an wie ein Adjektiv.B1Das Passiv mit seDas Verb richtet sich nach der Sache, nicht nach niemandem.B1Zustand mit estar: está fechadoestar plus Partizip ist kein Passiv.B1Passiversatz: dizem queDizem que — man sagt, dass.A2Das Partizip: falado, feito, escrito-ado und -ido — und ein gutes Dutzend Verben, die es anders machen.A2Grundform ohne PräpositionWollen, können, müssen — und ein Dutzend weitere.B1Verbwendungen: voltar a, acabar deEin ganzes deutsches Wörtchen steckt im Verb.B1Grundform mit aDie Verben des Anfangens und Hinzulernens.B1Grundform mit deDie Verben des Aufhörens — und gostar de.B2Lassen: mandar, deixar, fazerDrei Verben für das, was das Deutsche „lassen“ nennt.B1Verben, die a, de und em nehmenDieselben Verben mit zwei Präpositionen — und zwei Bedeutungen.B1Adjektiv und Nomen vor der GrundformAuch ein Adjektiv braucht eine Präposition, bevor ein Verb folgt — und welche, hängt am Adjektiv.B1estar a und das GerúndioPortugal sagt estar a fazer, Brasilien estar fazendo — und beide meinen dasselbe.

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