C1HistoireQuotidien2 min
Samstags in der Ausgabe
Un enseignant à la retraite devient bénévole dans un point de distribution alimentaire et doit repenser ce que veut dire aider.
Une histoire sur le bénévolat. Observe les structures concessives et d’opposition (so … auch, während, statt … zu) et la façon dont le regard du narrateur change peu à peu.
Nach vierzig Jahren als Lehrer wollte Herr Brenner im Ruhestand unbedingt etwas Sinnvolles tun. Eine Nachbarin erzählte ihm von einer Stelle in der Stadt, an der jeden Samstag Essen ausgegeben wird, das Supermärkte nicht mehr verkaufen dürfen. Schon in der folgenden Woche stand er hinter einem langen Tisch, eine Schürze um den Bauch.
In den ersten Wochen tat er, was er sein Leben lang getan hatte: Er erklärte. Er erklärte, warum das Brot von gestern noch gut sei, wie man Gemüse richtig lagert und dass man Joghurt auch nach dem Datum noch essen könne. Die meisten hörten höflich zu. Einige kamen am nächsten Samstag nicht wieder.
Eines Tages nahm ihn die Leiterin der Stelle, eine ruhige Frau, die Gül hieß, zur Seite. So gut er es auch meine, sagte sie, die Menschen kämen nicht, um etwas zu lernen. Vielen sei es schon peinlich genug, hier zu stehen. Was sie suchten, sei vor allem eines: dass man sie wie Kunden behandle und nicht wie Schüler.
Herr Brenner fühlte sich zuerst gekränkt. Dann dachte er an die Gesichter, die er in den letzten Wochen gesehen hatte, und an die Frau, die ihm nach seiner kleinen Rede über Joghurt nie wieder in die Augen geschaut hatte. Gül hatte recht.
Von da an veränderte er seine Art. Statt zu erklären, fragte er, was jemand brauche. Er merkte sich Namen, während er früher nur Mengen gezählt hatte. Er lernte, dass ein Gespräch über das Wetter manchmal mehr hilft als jeder gute Rat. Nach einem Jahr sagte ihm eine ältere Frau zum Abschied: „Bei Ihnen fühlt man sich nicht arm.“ Er hielt das für das größte Lob, das er je bekommen hatte.
Herr Brenner war vierzig Jahre lang Lehrer. Als Rentner wollte er etwas Sinnvolles tun. Eine Nachbarin erzählte ihm von einer Stelle in der Stadt. Dort bekommen Menschen jeden Samstag Essen, das die Supermärkte nicht mehr verkaufen dürfen. Schon in der nächsten Woche stand er dort hinter einem langen Tisch.
In den ersten Wochen machte er, was er immer gemacht hatte: Er erklärte den Leuten alles. Warum das Brot von gestern noch gut ist, wie man Gemüse aufbewahrt, und dass man Joghurt auch nach dem Datum noch essen kann. Die meisten waren höflich. Aber einige kamen nicht wieder.
Eines Tages sprach die Leiterin, Gül, mit ihm. Sie sagte: „Die Menschen kommen nicht, um etwas zu lernen. Vielen ist es schon peinlich, dass sie hier stehen. Man soll sie wie Kunden behandeln und nicht wie Schüler.“
Zuerst war Herr Brenner ein bisschen böse. Dann dachte er an die Gesichter der letzten Wochen. Er dachte an eine Frau, die ihn nach seiner Rede über Joghurt nie wieder in die Augen geschaut hatte. Gül hatte recht.
Von da an machte er es anders. Er erklärte nicht mehr, sondern fragte, was jemand braucht. Er lernte die Namen der Leute. Und er merkte, dass ein Gespräch über das Wetter oft mehr hilft als ein guter Rat. Nach einem Jahr sagte eine ältere Frau zu ihm: „Bei Ihnen fühlt man sich nicht arm.“ Für ihn war das das größte Lob.
Un clic sur un mot le cherche dans le vocabulaire de ce site.
- Mots
- 276
- Phrases
- 20
- Mots par phrase
- 13,8
- dans le vocabulaire
- 100 %
- niveau mesuré
- B1
- Temps de lecture
- 2 min
La grammaire dans ce texte
Ces formes figurent dans le texte en situation réelle. Avec « Afficher la grammaire », au-dessus du texte, elles sont surlignées.
die Menschen kämen nicht · Was sie suchten, sei · dass man sie wie Kunden behandle
Les paroles de Gül au discours rapporté : die Menschen kämen nicht, Was sie suchten, sei …, dass man sie … behandle — là où le Konjunktiv I ressemble à l’indicatif, le Konjunktiv II le remplace. Konjunktiv I : le discours rapporté →
So gut er es auch meine
So gut er es auch meine — si bonnes que soient ses intentions : une concession avec so … auch. La concession : obwohl, trotzdem →
Statt zu erklären
Statt zu erklären, fragte er — statt zu + infinitif, comme « au lieu d’expliquer ». L'infinitif avec ou sans zu →
Les mots à partir de C1 dans ce texte
Pas les mots difficiles en général, mais ceux de ton niveau : les 2 des 171 mots de ce texte sont au niveau C1 ou au-dessus. Le reste, tu le connais en arrivant ici.
der Ruhestand
la retraite (la période)
C1gekränkt
blessé, froissé
C1
Les listes de mots de ce texte
Les mots de ce texte figurent dans 36 listes de ce site ; le nombre qui suit indique combien viennent de chaque liste. Après la lecture, ce sont précisément ces mots dont on a eu besoin — et on peut réviser exactement ceux-là.
Questions de compréhension
5 questions sur le texte. À chaque réponse s’affiche la phrase où elle se trouve — une question dont on ne retrouve pas la réponse dans le texte ne vérifie rien.
1. Was hatte sich Herr Brenner für den Ruhestand vorgenommen?
Lies den ersten Satz.
Achte auf das Wort „Ruhestand“.
im Ruhestand unbedingt etwas Sinnvolles tun
2. Was tat Herr Brenner in den ersten Wochen?
Lies den zweiten Absatz.
Achte auf „was er sein Leben lang getan hatte“.
Er erklärte
3. Was sagte Gül über die Menschen, die kommen?
Lies den dritten Absatz.
Achte auf das Wort „Schüler“.
dass man sie wie Kunden behandle und nicht wie Schüler
4. Wie reagierte Herr Brenner zuerst auf Güls Worte?
Lies den Anfang des vierten Absatzes.
Achte auf das Wort „zuerst“.
Herr Brenner fühlte sich zuerst gekränkt
5. Was sagte die ältere Frau zum Abschied?
Lies das Ende des letzten Absatzes.
Achte auf das Wort „arm“.
Bei Ihnen fühlt man sich nicht arm