C2HistoireQuotidien3 min
Das Haus am Ende der Straße
Trois petits-enfants vident la maison de leur grand-mère avant sa vente — et trouvent plus que des meubles.
Une histoire calme sur la mémoire et les objets. Observe les changements de temps — le présent du rangement, le passé du souvenir — et la façon dont la narratrice utilise le détail plutôt que l’explication.
Das Haus am Ende der Straße sollte im Herbst verkauft werden, und so verbrachten drei Geschwister ein langes Wochenende damit, es leer zu räumen. Ihre Großmutter war im Frühjahr gestorben, mit neunzig Jahren, ruhig und, wie alle sagten, im richtigen Moment. Trotzdem fiel es keinem von ihnen leicht, die Tür zu öffnen.
Im Haus roch es noch nach ihr: nach Seife, nach alten Schränken und nach dem Kaffee, den sie bis zuletzt zu stark gekocht hatte. Die Möbel standen da, wo sie immer gestanden hatten. Auf dem Tisch in der Küche lag eine Liste in ihrer schmalen Schrift: Brot, Butter, Zwiebeln, Briefmarken. Niemand wollte sie wegwerfen.
Am ersten Tag arbeiteten sie schnell und sprachen wenig. Das meiste kam in Kisten für den Markt, einiges zur Sammelstelle, manches in den Müll. Am zweiten Tag wurden sie langsamer. In einem Schrank auf dem Dachboden fanden sie Briefe, Hunderte, ordentlich nach Jahren gebündelt, die meisten von einem Mann, dessen Namen keiner von ihnen je gehört hatte.
Sie lasen nur einige davon, und auch die nur halb, weil es ihnen falsch vorkam, mehr zu lesen. Es waren Briefe aus der Zeit vor der Ehe der Großmutter, herzlich und ein wenig ungeschickt geschrieben. Der letzte war kurz. Er sprach von einer Reise, die nicht möglich sei, und von einem Leben, das wohl einen anderen Weg nehmen werde.
Am Abend saßen sie zu dritt auf der Treppe vor dem Haus und sprachen darüber, ob sie es gewusst hätten, wenn sie gefragt hätten. Wohl nicht, meinte die Älteste; manche Geschichten erzählt man nicht, weil man sie vergessen hat, sondern weil man sie für sich bewahren will. Die Briefe warfen sie nicht weg, aber sie lasen sie auch nicht weiter. Sie legten sie in eine kleine Kiste, die jetzt bei der Jüngsten im Regal steht, ungeöffnet, gleich neben der Liste mit dem Brot und den Briefmarken.
Das Haus am Ende der Straße sollte im Herbst verkauft werden. Deshalb räumten drei Geschwister es an einem langen Wochenende leer. Ihre Großmutter war im Frühjahr mit neunzig Jahren gestorben, ruhig und zur richtigen Zeit, wie alle sagten. Aber die Tür zu öffnen war für alle schwer.
Im Haus roch es noch nach ihr: nach Seife, alten Schränken und starkem Kaffee. Die Möbel standen an ihren alten Plätzen. Auf dem Tisch in der Küche lag eine Liste von ihr: Brot, Butter, Zwiebeln, Briefmarken. Niemand wollte sie wegwerfen.
Am ersten Tag arbeiteten sie schnell. Fast alles kam in Kisten oder in den Müll. Am zweiten Tag wurden sie langsamer. Auf dem Dachboden fanden sie in einem Schrank Hunderte Briefe, ordentlich nach Jahren sortiert, die meisten von einem Mann, den sie nicht kannten.
Sie lasen nur wenige Briefe. Es fühlte sich falsch an, mehr zu lesen. Die Briefe waren aus der Zeit vor der Hochzeit der Großmutter. Sie waren herzlich geschrieben. Der letzte Brief war kurz: Eine Reise sei nicht möglich, und das Leben werde wohl einen anderen Weg nehmen.
Am Abend saßen die drei auf der Treppe vor dem Haus. Hätten sie es gewusst, wenn sie gefragt hätten? Wohl nicht, sagte die Älteste. Manche Geschichten erzählt man nicht, weil man sie vergessen hat, sondern weil man sie für sich bewahren will. Sie legten die Briefe in eine kleine Kiste. Die steht jetzt bei der Jüngsten im Regal, nicht geöffnet, neben der Liste mit dem Brot und den Briefmarken.
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La grammaire dans ce texte
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dessen Namen keiner von ihnen je gehört hatte
Le pronom relatif au génitif dessen : einem Mann, dessen Namen keiner von ihnen je gehört hatte. Pronoms relatifs et démonstratifs →
die nicht möglich sei · nehmen werde
Le contenu de la lettre rapporté au Konjunktiv I : die nicht möglich sei, das wohl einen anderen Weg nehmen werde. Konjunktiv I : le discours rapporté →
ob sie es gewusst hätten, wenn sie gefragt hätten
Une question irréelle sur le passé : ob sie es gewusst hätten, wenn sie gefragt hätten. L'irréel du passé →
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Questions de compréhension
5 questions sur le texte. À chaque réponse s’affiche la phrase où elle se trouve — une question dont on ne retrouve pas la réponse dans le texte ne vérifie rien.
1. Wann war die Großmutter gestorben?
Lies den ersten Absatz.
Achte auf „im Frühjahr“.
Ihre Großmutter war im Frühjahr gestorben, mit neunzig Jahren
2. Was lag auf dem Küchentisch?
Lies den zweiten Absatz.
Achte auf „Brot, Butter, Zwiebeln“.
lag eine Liste in ihrer schmalen Schrift
3. Was fanden die Geschwister auf dem Dachboden?
Lies das Ende des dritten Absatzes.
Achte auf das Wort „Briefe“.
die meisten von einem Mann, dessen Namen keiner von ihnen je gehört hatte
4. Warum lasen sie nur wenige Briefe?
Lies den Anfang des vierten Absatzes.
Achte auf das Wort „falsch“.
weil es ihnen falsch vorkam, mehr zu lesen
5. Was meinte die Älteste über manche Geschichten?
Lies den letzten Absatz.
Achte auf „nicht … sondern“.
sondern weil man sie für sich bewahren will