C2DialogueUniversity2 min
Ein Ergebnis, das keines ist
Two researchers argue about whether a failed experiment is worth publishing.
A discussion between colleagues. Watch how both build arguments with concessions and conditions (zugegeben, selbst wenn, sofern) and how the position of the younger researcher changes during the conversation.
Ich habe die Daten jetzt dreimal geprüft. Es gibt keinen Effekt. Nicht den kleinsten. Zwei Jahre Arbeit, und am Ende steht eine Null.
Eine Null ist auch ein Ergebnis. Sofern die Methode sauber war — und davon gehe ich aus —, wissen wir jetzt etwas, das wir vorher nicht wussten.
Zugegeben. Aber wer soll das drucken? Zeitschriften wollen neue Erkenntnisse, keine Bestätigung, dass etwas nicht funktioniert.
Manche schon. Und selbst wenn nicht: Stell dir vor, drei andere Gruppen machen gerade dasselbe Experiment, weil niemand weiß, dass es schon versucht wurde. Das sind sechs weitere Jahre, die verloren gehen.
Das sehe ich ein. Trotzdem habe ich Angst, dass es mir im Beruf schaden könnte. Mein Name auf einem Artikel über etwas, das nicht funktioniert.
Das verstehe ich, und ich will es nicht kleinreden. Aber denk einmal anders herum: Was würde es über unser Fach sagen, wenn nur das gedruckt wird, was funktioniert? Die Hälfte der Wahrheit wäre dann unsichtbar.
Du meinst, es gibt eigentlich eine Pflicht, auch das zu zeigen, was nicht funktioniert hat.
Ich würde nicht von Pflicht sprechen. Eher von Anstand gegenüber denen, die nach uns kommen. Und ehrlich gesagt: Die Leute, auf deren Meinung es ankommt, wissen genau, wie schwer ein sauberes negatives Ergebnis ist.
Gut. Dann schreiben wir es auf. Aber ich will ein Kapitel, in dem wir genau erklären, warum wir einen Effekt erwartet hatten. Sonst wirkt es, als hätten wir ins Blaue hinein gearbeitet.
Einverstanden. Das ist sogar der wichtigste Teil. Ein Ergebnis, das keines ist, braucht die beste Begründung.
Ich habe die Daten dreimal geprüft. Es gibt keinen Effekt. Zwei Jahre Arbeit, und am Ende steht eine Null.
Eine Null ist auch ein Ergebnis. Wenn die Methode sauber war, wissen wir jetzt etwas Neues.
Das stimmt. Aber wer druckt das? Zeitschriften wollen neue Erkenntnisse.
Manche nicht. Und stell dir vor, drei andere Gruppen machen gerade das gleiche Experiment, weil niemand weiß, dass es schon versucht wurde. Dann gehen sechs weitere Jahre verloren.
Das verstehe ich. Aber ich habe Angst um meinen Beruf.
Das verstehe ich auch. Aber wenn nur das gedruckt wird, was funktioniert, sieht man nur die halbe Wahrheit.
Du meinst, wir müssen auch zeigen, was nicht funktioniert?
Ich sage nicht „müssen“. Eher von Anstand gegenüber denen, die nach uns kommen. Und die wichtigen Leute wissen, wie schwer ein sauberes negatives Ergebnis ist.
Gut. Dann schreiben wir es auf. Aber ich will ein Kapitel, in dem wir erklären, warum wir einen Effekt erwartet hatten.
Einverstanden. Das ist der wichtigste Teil.
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Grammar in this text
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Sofern die Methode sauber war
Sofern (provided that) is a more formal wenn: Sofern die Methode sauber war. If-clauses: wenn and falls →
Zugegeben · selbst wenn nicht
Concessions: Zugegeben., selbst wenn nicht — even if not. Concession: obwohl, trotzdem →
als hätten wir ins Blaue hinein gearbeitet
An unreal comparison: als hätten wir ins Blaue hinein gearbeitet. Unreal past: hätte gemacht →
The words from C2 up in this text
Not the hard words in general, but those at your level: all 1 of the 165 words in this text are at C2 or above. You will know everything else by the time you get here.
kleinreden
to talk down, to belittle
C2
The word lists for this text
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Comprehension questions
5 questions on the text. With each answer the sentence it comes from appears — a question whose answer you cannot find in the text tests nothing.
1. Was ist das Ergebnis der Arbeit von zwei Jahren?
Nils’ erster Beitrag.
Achte auf das Wort „Null“.
Es gibt keinen Effekt
2. Welche Bedingung nennt Agnes dafür, dass die Null ein Ergebnis ist?
Agnes’ erster Beitrag.
Achte auf das Wort „Sofern“.
Sofern die Methode sauber war
3. Welches Beispiel nennt Agnes für den Nutzen der Veröffentlichung?
Lies Agnes’ Beitrag mit „Stell dir vor“.
Achte auf „sechs weitere Jahre“.
drei andere Gruppen machen gerade dasselbe Experiment
4. Wovon spricht Agnes lieber als von einer Pflicht?
Lies Agnes’ Antwort auf das Wort „Pflicht“.
Achte auf das Wort „Eher“.
Eher von Anstand gegenüber denen, die nach uns kommen
5. Was möchte Nils im Artikel unbedingt haben?
Nils’ letzter Beitrag.
Achte auf das Wort „Kapitel“.
in dem wir genau erklären, warum wir einen Effekt erwartet hatten