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Englisch: ein kurzes Porträt

Woher das Englische kommt, warum es so viele französische Wörter hat und wieso man es oft anders spricht, als man es schreibt.

Sprachfamilie
Indogermanisch, germanisch
Nächste Verwandte
Friesisch, Niederländisch, Deutsch
Schrift
Lateinisches Alphabet, 26 Buchstaben
Erstsprache in
Großbritannien, Irland, USA, Kanada, Australien, Neuseeland
Amtssprache
in mehr als 50 Staaten, oft neben anderen Sprachen
Eigenname
English
Auf dieser Seite
britisches Englisch

Woher es kommt

Englisch ist eine germanische Sprache, also eine nahe Verwandte des Deutschen. Im 5. Jahrhundert zogen germanische Gruppen – vor allem Angeln, Sachsen und Jüten – von der Nordseeküste nach Britannien. Ihre Dialekte wurden zum Altenglischen, und vom Namen der Angeln kommt das Wort English.

Deshalb erkennst du viele Grundwörter sofort wieder: waterWasserhouseHaushandHandbringbringensummerSommer

Der allernächste Verwandte ist übrigens nicht das Deutsche, sondern das Friesische, das an der Nordseeküste in den Niederlanden und in Deutschland bis heute gesprochen wird.

Die Geschichte in vier Stufen

Altenglisch (etwa 450 bis 1100) sah dem Deutschen noch recht ähnlich: Es hatte Fälle, drei Geschlechter und viele Endungen. Wikinger, die sich ab dem 9. Jahrhundert im Norden und Osten niederließen, brachten nordische Wörter mit – darunter sky, egg, window und sogar das Pronomen they.

Mittelenglisch (etwa 1100 bis 1500) beginnt mit einem Einschnitt: 1066 eroberten die Normannen England. Am Hof, in der Verwaltung und vor Gericht sprach man nun Französisch, das Volk sprach weiter Englisch. In diesen Jahrhunderten fielen die meisten Endungen weg, und Tausende französische Wörter kamen hinzu.

Frühneuenglisch (etwa 1500 bis 1700) ist die Sprache von Shakespeare und der King-James-Bibel von 1611. Der Buchdruck, den William Caxton 1476 nach England brachte, machte die Schreibung einheitlicher. Neuenglisch schließlich wurde durch Seefahrt, Handel und später den Einfluss der USA zur wichtigsten Verkehrssprache der Welt.

Wo man es heute spricht

Als Muttersprache wird Englisch vor allem in Großbritannien, Irland, den USA, Kanada, Australien und Neuseeland gesprochen. In vielen weiteren Ländern ist es Amts- oder Bildungssprache, zum Beispiel in Indien, Nigeria, Südafrika, Singapur und auf den Philippinen. Weltweit sprechen es mehr Menschen als Zweit- oder Fremdsprache denn als Muttersprache.

Die zwei großen Standards sind britisches und amerikanisches Englisch. Sie unterscheiden sich in der Schreibung (britisch colour, amerikanisch color), in einzelnen Wörtern (britisch flat, amerikanisch apartment) und in der Aussprache. Verstehen können sich alle problemlos.

Auf dieser Seite lernst du britisches Englisch. Wenn du amerikanische Formen hörst, ist das kein Fehler, sondern nur die andere Variante.

Die Schrift: warum man nicht schreibt, was man hört

Bevor das lateinische Alphabet kam, ritzten die Angelsachsen Runen. Mit der Christianisierung ab etwa 600 brachten Mönche die lateinische Schrift. Ein paar Zusatzzeichen wie das Thorn (þ) für den th-Laut verschwanden später wieder.

Dass Schreibung und Aussprache im Englischen so weit auseinanderliegen, hat einen einfachen Grund: Die Schreibung wurde mit dem Buchdruck weitgehend festgelegt, die Aussprache hat sich danach aber weiter verändert. Besonders die langen Vokale verschoben sich zwischen etwa 1400 und 1700 stark – die Sprachwissenschaft nennt das die große Vokalverschiebung.

In knight wurden das k und das gh früher tatsächlich gesprochen, ähnlich wie im deutschen Knecht. Die Buchstaben sind geblieben, der Laut ist verschwunden.

Geliehene und verliehene Wörter

Ein großer Teil des englischen Wortschatzes stammt aus dem Französischen und dem Lateinischen. Ein schönes Beispiel aus der Normannenzeit: Das Tier auf der Weide hat einen germanischen Namen, das Fleisch auf dem Teller einen französischen – cow und beef, pig und pork.

Auch aus dem Deutschen hat das Englische Wörter übernommen, etwa kindergarten, angst, rucksack, wanderlust und zeitgeist.

Umgekehrt ist das Deutsche voller englischer Wörter. Vorsicht bei Scheinanglizismen: Ein Handy heißt auf Englisch mobile phone oder kurz mobile, und ein Beamer ist ein projector.

Was dich überraschen wird

Vieles ist einfacher als im Deutschen: Es gibt nur einen bestimmten Artikel (the), kein grammatisches Geschlecht und keine Fälle – außer bei einigen Pronomen wie he und him. Adjektive haben keine Endungen.

Dafür ist die Wortstellung streng, weil sie die Arbeit der Endungen übernimmt. Fragen und Verneinungen brauchen oft ein Hilfsverb (Do you know?, I don’t know.), und die Verlaufsform (I am reading) gibt es im Deutschen so nicht.

Und klein geschrieben wird fast alles – groß nur der Satzanfang, Namen, Wochentage, Monate, Sprachen und das Wort I.